die ratte schwieg.
Mittwoch, Februar 21, 2007
"Eh Ratti" brüllte er.
Freitag, Dezember 15, 2006
Dutzende Leichen lagen Faenwulf zu Füßen. Nachdem er alle Körper nach Reichtümern und großen Brüsten durchsucht hatte und ein paar Stufen gesteigert hatte, dachte er darüber nach ob es wohl ungewöhnlich war dass plötzlich aus dem Nichts, wildgewordene und seltsam gekleidete Personen auftauchten. Er entschloss dass es wohl ganz normal hier in diesem Teil der Kanalisation wäre und schulterte seine Axt, kaute weiter auf seinem Strohhalm und watete zurück zur Behausung der dicken toten Ratte.
Donnerstag, Dezember 14, 2006
Faenwulf verprügelte alle Charaktere mit der linken Hand, die von D&D angelaufen kamen. "Alles Nieten" meinte er.
Mittwoch, Dezember 13, 2006
Günther verkroch sich wieder unter seine Decke. Er hatte beschlossen den Nachrichten nicht mehr zu glauben und auch die Schreie des Wahnsinns von seinen Nachbarn, die Schüsse auf den Straßen und andere Geräusche die er nicht einordnen konnte zu ignorieren.
Comicfiguren, Videospielhelden, Untote, Drachen, romulanische Warbirds, alle diese fiktiven Wesen schienen einen Weg in die Realität gefunden zu haben.
Er hatte seinen Verstand nur deshalb nicht verloren weil er nicht mehr an die Realität im ganzen glauben konnte. Doch nun fühlte er sich verloren, er fand keinen Halt mehr. Es schien ihm aber ganz so als ob er selbst noch irgendwie vorhanden sein müsste, sonst würde es ja schliesslich schwer sein, einen solchen Gedanken überhaupt zu fassen.
Warum brach das Chaos überhaupt in die Welt ein? Und wie, warum grade jetzt?
Er entschloss sich aufzustehen und die Sache anzugehen...zumindest nachdem er ein zweimal von der Bong genascht hätte. Einen ruhigen Geist zu behalten, das erschien ihm wichtig für sein Vorhaben...außerdem hatte er einen Turkey.
Mit Freuden entdeckte er beim kiffen dass sich das Inventarblatt seines D&D-Heldenbogen welches auf der Fensterbank rumlag, ganz offenbar "realisiert" hatte.
Auch wenn er an den ganzen Realitätshokuspokus nicht mehr glaubte, es konnte bestimmt nicht schaden mit der Ausrüstung seines Powergamercharakters durch die gefährlichen Straßen zu wandern anstatt völlig unvorbereitet.
Wiederrum zur selben Zeit, staunten die Besucher nicht schlecht als Ragnaros der Schrecken der feurigen Tiefen aus dem Boden brach und dabei ein gutes Dutzend Touristen und Pseudo-Goofys/Plutos/A-B-Hörnchen und andere schlecht bezahlte Angestellte vor dem Dornröschenschloss in der Nähe Paris einäscherte.
Ähnlich irritiert fühlte sich auch die Borg , welche grade auf dem Hamburger Fischmarkt zusammen mit einer kleinen Gruppe Glücksbärchis materialisierte und auch Indiana Jones war alles andere als entspannt als er in Atlantis Quartermain gegenüberstand.
Gott bekam einen Schlaganfall.
Zur selben Zeit in der zwergischen Gefängnisfestung Alkimbyrfass, welche seltsamerweise mitten in Al `Anfa stand und aus der unsere 3 Helden sammt Ratten türmen konnten, prallte just ein Gardist mit so gewaltiger Kraft an die hintere Mauer der Offiziersmesse, dass die Reibungshitze des Aufpralls den gesamten Körper zersetzte.
Es fiel nur wenig Licht in den Raum; der zweite Gardist, Hans, rannte hysterisch zu seinem verbrannten Kollegen um irgendwie zu verstehen was dort grade passiert war. Völlig verwirrt blickte er nun nervös und zittrig immer wieder umher um einen möglichen Feind auszumachen.
Als sich nun langsam die Gestalt von Chuck Norris aus dem Schatten löste und nun unmittelbar vor ihm stand, wurde er ohnmächtig und sank auf den verkohlten Fleck seines Kumpanen.
Der Raum war auf den ersten Blick gesäubert...er würde nicht mehr lange brauchen um den Westturm zu erreichen. Es wurde höchste Zeit für ihn die Dinge wieder gerade zu rücken und nach Hause zu gelangen...doch er hielt plötzlich inne.
Er war nicht mehr alleine hier...es lag etwas in der Luft, ein bekannter Geruch...der Geruch von Bambusschilf und Tod.
"Steven Segal..." knurrte Chuck "...verdammt!"
Schlitzaugen der Finsternis gepaart mit bösartig gespitzten Lippen und einem Sack voll von unglaublich dummen Sprüchen für Kampfpausen kamen in den Raum gestapft.
"Hi, Chucky...schön dich wiederzusehen, es sieht ganz danach aus als ob wir zwei ähnliche Ziele verfolgen, ansosnten würde ich dich wohl kaum hier in Aventurien treffen...also, sag mir nun sofort...wo ist der PHASENMATRIXVERSCHLÜSSELUNGSMATRIZZENDIMENSIONSKOMBULATOR der für diese ganze Unordnung verantwortlich ist? Mein Auftraggeber möchte ihn gerne zurück."
"Ich werde ihn dir niemals überlassen Steven!"fauchte Chuck seinem Erzfeind entgegen. "Diese Maschine muss vernichtet werden, bevor die Dimensionen alle im Chaos versinken. Wieviel Schwachsinn kannst du denn noch verantworten? Fritz the cat wandert in Entenhausen rum, Link kämpft nun für ein freies Palästina und Waldo wurde von Zorro erstochen... was wird erst sein wenn die Powerranger auf Songoku treffen und Jack the Ripper Bekanntschaft mit Borborad macht?"
"Mein Herr wird diese Umstände begrüßen...es wird den Raum bereiten für die große Zusammenfügung..." zischte es aus dem stinkenden Rachen des ehemaligen Schiffskochs."Gib mir den PHASENMATRIXVERSCHLÜSSELUNGSMATRIZZENDIMENSIONSKOMBULATOR !! SOFORT!"
"NIEMALS!"Chuck stürmte sofort los, er brach durch die Steinmauer und rannte auf direkter Linie zum Westturm, er musste es schaffen ihn als erster zu erreichen...
Freitag, August 18, 2006
Rahjane voran, gefolgt von Faenwulf und Torben betraten den großen Raum. Es roch nach vergammelten Backwaren, düsterer Nebel kroch über den Boden, Insekten und Unrat waren über den ganzen Raum verteilt.
In der Mitte war ein edler großer Sessel plaziert und daneben stand eine menschengroße aufrechtgehende Schildkröte, die mit weit aufgerissenen Augen die Helden anstarrte.
Auf dem Sessel saß der mächtige Splinter, völlig versunken im Fressen, sein Gesicht bedeckt von einer alten fetttriefenden Pizzaschachtel. Er hätte die Helden unmöglich eintreten sehen, dennoch sprach er mit tiefer Stimme und vollem Mund: "Mähr flagt es, ün moin Roich einzudringmen!"
Verunsichert schaute sich Rahjane um. Da sie niemand anderen als die Schildkröte mit diesem affigen violetten Stirnband sah, hielt sie diese für einen ausgezeichneten Bauchredner und entgegnete ihr:" Seid gegrüßt, oh mächtiger Splinter, wir sind hier um euch um Hilfe zu bitten. Es ist nämlich so..."
"Schnauze! Habt ihr was zu essen mitgebracht?" fauchte Splinter und schleuderte daraufhin die leergefressene Packung zur Seite.
Nun, als die Sicht auf den Sessel gänzlich frei war, platzte es aus Faenwulf heraus: "Warum lasst ihr denn euer Schwein auf einem solch schönen Sessel sitzen!?"
Donantello starb fast vor innerem Lachen. Er kniff sich die Augen zu und schlug die Hände vor den Mund. Gleichzeitig kämpften sich die Augäpfel Splinters aus ihren zugefetteten Augenhöhlen um zumindest einen leichten Eindruck von Empörung erkennbar zu machen.
Doch darüber hinaus begann ihm Speichel aus dem Mund zu tropfen und statt undeutlicher Worte kamen nur noch Geröchel und qualvolle Kotzlaute.
"Nun hast du ihn verschreckt Faenwulf...sei bloß ruhig." flüsterte Rahjane und wies auf die sich leicht krümmende Schildkröte.
Das Gift schien zu wirken. Donatellos drohender Lachkrampf veränderte sich zu einem sadistischen und zugleich gespannten Gesichtsausdruck.
Der Schildkrötengestalt zugewandt sprach Rahjane weiter: "Ich entschuldige mich für meinen Freund, aber Herr, eurem Schwein scheint es nicht gut zu gehen. Vl solltet ihr es nicht so gut füttern. Ich habe schon viele Schweine gesehen mein Herr, aber dieses ist so dermaßen unsagbar fett, es ist mir ein Rätsel wie dieses arme Tier überhaupt noch atmen kann."
"Naja, das kann es ja grade eben nicht...und wenn ich hinzufügen darf, dieses Schwein hätte schon längst geschlachtet werden müssen. Ein so dermaßen fettes Schwein ist ungenießbar." analysierte Torben, der einfach auch mal was sagen wollte.
Das wars. Donatello schrie laut aus sich hinaus. Seine Beine gaben nach, er fiel auf den Rückenpanzer und kugelte sich im warsten sinne des Wortes vor lachen. Er lachte so schlimm das er einen Bauchkrampf bekam und die Tränen ihm nur so herunterliefen...er lachte so schlimm, dass er sich einnässte und Gesichtskrämpfe bekam...er lachte so schlimm...dass er starb.
Splinter war kurz vor einem Herzinfarkt. Er wusste nicht wen er mehr hassen sollte, die unverschämten Gäste oder die kleine intrigante Stinkmorchel die ihn Rattengift in den Käse gemischt hatte. Mit Krämpfen und hinaussprudelner Galle schmiss er seinen gewaltigen schwabbeligen Körper vom Sessel. Laut klatschend aber stetig weiter zuckend röchelnd schlug er auf und rollte sich hin und her bis auch schliesslich er still am Boden liegen blieb.
Die Helden standen nun ersteinmal eine Weile regungslos da...Rahjane setzte an um etwas zu sagen...gab es aber wieder auf und starrte weiter verwirrt auf die beiden Leichen.
Unruhig trommelten die Fingerkuppen der übergroßen (und ziemlich fett gewordenen) Ratte auf die Sessellehne. Die vielen Jahre der schlechten Ernährung durch Pizza hatten sich immer stärker bemerkbar gemacht und auch sein einst weiser Geist war inzwischen vernebelt durch reichlich minderwertige Peperonis und Sardellen.
Seine Schüler hatten ihn bereits fast alle verlassen. Nur Donantello, ausgerechnet der miese Streber, der so unterhaltsam wie ein Sack Reis war, war ihm geblieben...Splinter konnte ihn noch nie ausstehen und das ließ er ihn nun auch immerzu spüren.
"Wo bleibt meine Pizza, du kleine verkorkste Stinkmorchel! Glaub ja nicht das ich dir nicht mehr den Arsch versohlen kann, nur weil ich nicht aufstehen mag!"
"Was heisst hier mag...man erkennt doch nur noch an deinen Schneidezähnen das du kein Nilpferd sondern eine fettleibige mutierte Ratte bist..." flüsterte Donantello leise kichernd zu sich in der Küche; und er fügte hinzu, als er ein kleines weißes Pulver unter den Käse mischte:"...aber damit ist nun Schluss, alter Mann.
Mit irrem Blick und einer kleinen Träne im Auge grinste er ein letztes mal auf die Pizza und machte sich auf diese zu servieren.
Zur selben Zeit, nur ein kleines Stückchen entfernt, kamen Faenwulf, Rahjane, Torben und die Ratten an eine Tür innerhalb der weiträumigen Kanalisation. Seit zwei Stunden waren sie bereits durch die Abwässer gewatet und besonders Rahjane hatte deshalb eine Stinkewut.
"Ist in dem Begriff Flucht nicht inbegriffen das der Ort zu dem man flieht besser ist als der vorherige? Ich weiss ja nicht ob es euch eine innere Befriedigung verschafft stundenlang durch Exkremente zu wandern, ich für meinen Teil würde lieber..."
"Ruhe! Wir sind da." unterbrach Raphael.
"Hier wohnt der einst mächtige Schildkrötentrainer Splinter, doch ich muss euch warnen: Er ist ein wenig seltsam mit der Zeit geworden. Versucht ihn nicht zu erzürnen, dann gewährt er euch vielleicht Unterschlupf. Ich und die anderen werden hier draußen erstmal bleiben, sagt einfach das Raphael euch schickt, dann wird er euch schon zuhören."
Rahjane schluckte ihren Ärger herunter und nickte. "Nun gut Raphael... dankeschön. Passt gut auf euch auf."
Die Ratten machten sich davon.
"Überlasst mir das Reden, ich werde ihn schon überzeugen können."sagte Rahjane.
Die Helden fassten ihren ganzen Mut zusammen, nickten sich einmal zu und traten dann hinein.
Mittwoch, August 16, 2006
Im Morgengrauen war es soweit...Johnny Boy knabberte an Faenwulfs Ohr um ihn zu wecken. Konstanze klingelte einmal kurz mit dem kurz zuvor gestohlenen Schlüsselbund, den sie zwischen ihren Zähnen trug. Faenwulf grinste zufrieden, öffnete leise die Zellentür und schlich Richtung Ausgang um den schnarchenden Wächter zu beseitigen.
Faenwulf holte aus um mit einem mächtigen Hieb den Zwergenkopf zu zermalmen, doch plötzlich schreckte der Zwerg mit einem grinsendem Gesicht hoch und rammte Faenwulf einen Schlagstock gegen die Brust... der Wächter hatte Gebrauch von einer der mächtigsten zwergischen Waffen gemacht, er beherrschte die Technik des zwergischen Einschlaftricks.
Nach Luft schnappend taumelte Faenwulf ein paar Schritte zurück.
Der Zwerg sprang von seinem Schemel und rannte zu seiner Alarmglocke. Mit dem bösartigen Grinsen einer Petze ragte seine rechte Hand zur Glocke als plötzlich...sich eine Gestalt neben ihm aus dem Schatten löste und zu einer Bewegung ausholte. Im gleichen Augenblick(, die Zeit die verging ist kaum messbar,) wurde der Körper des Zwerges in Stücke gerissen und seine Innereien platzten in alle Ecken des Raumes.
Faenwulf wusste das es nur ein Wesen gab, das zu so etwas fähig war...mit Freudentränen in den Augen sprach er leise:" Kann es sein? Chuck Norris? Bist du gekommen um uns hier rauszuholen?"
Die Gestalt, immer noch in Schatten gehüllt nickte nur leicht und trat nun endlich vor.
Chuck Norris lächelte freundlich und begann sofort damit die Zellentüren zu zerstören. Unter der geballten Kraft seiner Roundhousekicks entmaterialisierten sich die Stahlgitter und die restlichen Gefangenen waren befreit.
Chucks Blick wurde nun ernster:" Es wird nun Zeit mit den Leuten abzurechnen die euch das hier angetan haben." Langsamen Schrittes verließ er den Zellenblock, die Stahltür am Eingang öffnete sich freiwillig unter seinem kalten Blick der drohenden Vergeltung...die fürchterlichen Schreie seiner Opfer wurden langsam leiser...Rahjane, Faenwulf, Torben und die Ratten waren wieder alleine.
Sie durchsuchten den Zellenblock und fanden tatsächlich ihre alten Sachen wieder, welche in einer Kiste verstaut waren. Nun verließen auch sie den Zellenblock und stapften über Leichen und Blutpfützen nach draußen.
Montag, August 14, 2006
Doch es geschah nichts... Faenwulfs Lustlosigkeit lähmte ihn und auch Rahjane hatte keine Energie mehr übrig für einen gescheiten Ausbruch. Also fanden sie sich mit ihrem Schicksal erstmal ab und machten es sich in ihrer Zelle ein wenig bequemer. Die Strohhalme wurden neu sortiert und zu einer Sofagarnitur zusammengesteckt, mit Kreide wurde ein wenig Kunstkultur an die kalte Mauer gezaubert, mit gesammelten Zwiebackstückchen bastelten sie einen kleinen Wohnzimmertisch und letztendlich wurde noch eine Fußmatte aus alten Lumpenstückchen gefertigt...nichts wäre peinlicher als Besuch zu empfangen ohne eine ordentliche Fußmatte.
Ein Jahr zog ins Land und Rahjane und Faenwulf lebten sich gut ein. Mit ihrem Nachbarn, er stellte sich eines Tages als Torben Bootsmann vor , verstanden sie sich immer besser. Ganz nebenbei erlernten die beiden, auch mit der Hilfe ihres nähergekommenen Nachbarns, die Sprache der Ratten. Die kleinen Nagerfreunde freundeten sich schnell mit den Neulingen an und besuchten sie häufig. Es gab immer viel zu erzählen wenn die Ratten zu Besuch waren, sie hatten immer die interessantesten Neuigkeiten, bzw überhaupt etwas neues zu erzählen.
...doch eines Tages erinnerte sich Faenwulf, er putzte grade die Gitterstäbe, warum sie sich ausgerechnet in einer dunklen kalten Zelle niedergelassen hatten.
Er erinnerte sich wieder an ein Bierfass, an einen alten Freund der sie verraten hatte und schließlich auch an den Zeitpunkt an dem sein Verstand durchknallte.
"Verdammt Rahjane! WAS ZUR HÖLLE MACHEN WIR HIER DENN EIGENTLICH?!"
Rahjane zuckte zusammen und antwortete zögernd: "...nunja...den Frühjahrsputz halt...das muss halt mal sein."
Lautstark und wild gestikulierend, mit Zorn in der Stimme, zerschlug er die Illusion der idyllischen Nachbarschaft und holte Torben, Rahjane und Mike, Jason, Amy, Samuel, Jonathan, William, Patrick, Leonard, Ralf, Harrison, Jimmy, Johnny-boy Konstanze und die anderen auf den Boden der Tatsachen zurück. Sie trafen sich um mitternacht bei Faenwulf in der Sofa-ecke um zu beratschlagen wie man diesem Gefängnis entkommen konnte.
Ratte Raphael hatte eine Adresse um, sobald sie ersteinmal das Gefängnis verlassen hatten, dem Zugriff der Wachen zu entkommen. Er erzählte von einem alten Freund namens Splinter welcher in der Kanalisation von Al´ Anfa hauste, bei dem er noch etwas gut hatte. Dort würden sie alle erst einmal unterkommen können.
Konstanze und Johnny-boy muteten sich zu den Schlüssel des Wachmanns zu stibitzen, Faenwulf würde dann den dicken perversen Zwerg ausschalten und Torben befreien...und dann...würde es schon irgendwie klappen, so meinten alle gemeinsam.
Diese Nacht schliefen alle zufrieden ein, es sollte die letzte Nacht sein, die sie hier in diesem gemeinen Gefängnis erleben sollten.
Mittwoch, August 02, 2006
"Ach...das ist ja niedlich." tönte es aus der Zelle gegenüber. "Die kleine verwöhnte Göre beschwert sich dass es kein Eis bekommt... Du Trottel! Ich sitze hier schon seit 3 Jahren fest wegen einer lausigen Flasche Zwergenschnaps und du glaubst das ist hier nur ein schlecht ausgefallender Urlaub!" Der Rattenflüsterer platzte fast vor Wut und sprang an die Gitterstäbe...
"Ich sag dir eins, ich sitze hier in diesem Rattenloch..." er drehte sich kurz zu seinen Ratten um: "...entschuldigt, sollte nicht abwertend gemeint sein...jedenfalls...ich sitze hier schon so lange das ich alles tun würde um hier herauszukommen...einfach ALLES!"
Langsam sank der Rattenflüsterer traurig an den Gitterstäben hinunter und weinte auf seine kleinen Nagerfreunde..."und euch...euch nehm ich alle mit, das verspreche ich euch...dann werden wir es uns schön machen...irgendwo im Grünen..."
Mit offenem Mund und ein wenig angewidert von dem Elend des Penners, trat Rahjane ein paar Schritte zurück und flüsterte Faenwulf, der sich köstlich über das Trauerspiel amüsierte, leise ins Ohr: "Vielleicht sollten wir unsere Situation doch etwas ernster nehmen. Wie wäre es wenn du dich mal an den Gitterstäben versuchst? Der Wärter ist ja grade, mit was auch immer, beschäftigt."
Sonntag, Juli 30, 2006
Faenwulf schwitzte wie ein Auerochse. "Mir ist zu heiß" und "Nä" und "Laß doch hier unten bleiben, hier ist es wenigstens nochn bisschen kühl."
Bei so ner Hitze war es ja klar, dass sich die Gefährten nicht so munter und gewitzt wie sonst herumbewegen konnten. Wie vom "Schwupdiwupp- Bewegung in Zeitlupp"-Zauber verhext schlichen sie herum un wollten nicht so recht abenteuern. Wie schön war es doch damals im kühlen Bornland gewesen.
"Wessen blöde Idee war es überhaupt, mitten im Hochsommer nach Al Anfa zu fahren?" Faenwulf wurde richtig bockig.
Dienstag, Juli 25, 2006
"Faule Bande" brummte Faenwulf, der inzwischen ernsthaft über eine Karriere als Rattendompteur nachdachte.
Mittwoch, Juli 19, 2006
Rhajane schüttelte erst ein wenig verdattert den Kopf, verlor dann einige Sekunden die Beherrschung und rüttelte an den Gitterstäben.
Sie fing sich aber schnell wieder. Sie mussten hier raus. Ganz dringend. "Faenwulf", sagte sie schließlich. "Mir ist nach einem Ausbruch. Mach die Tür auf."
Dienstag, Juli 18, 2006
Apropo kacken.
Plötzlich knallte die Tür am linken Ende des Ganges und der Zellenwärter, ein dicker fieser schmutziger Zwerg, der grade vom Lokus kam, nahm wieder seinen Dienst auf. Mit zwergischem Feingefühl kraulte er sich beim Laufen gemütlich sein Gemächt und lächelte dabei überheblich auf seine Gefangenen... Als er bei Rhajane vorbeikam blieb er stehen und sein kraulen wurde langsamer(hörte jedoch nicht auf). Nach einigen Minuten des Beobachtens drehte er wieder um und verschwand wieder hinter die Tür aus der er zuvor gekommen war. Das Rasseln des großen Schlüsselringes, welcher an dem Gürtel des Wärters hing begleitete dieses Schauspiel.
In der Zelle gegenüber spielte derweil ein schmieriger, in Lumpen gehüllter Penner mit ein paar Ratten. Faenwulf meinte manchmal sogar ein kleines Kichern zu hören... er überlegt neidisch ob er es vl auch nochmal mit den Ratten versuchen sollte.
Tja. Rhajane musste überlegen. Wie war das doch gleich? Sie hatte es quasi verdrängt. Es musste damals gewesen sein, als sie den von ihr neu entwickelten Zauber "Querulantia Ungemach" testen wollte. Da war ihr das aus irgendeinem Grund ein Skalde in die Quere geraten. Und seitdem... Naja.
Interessanter war, warum sie in dem Kerker saßen. Ihr alter Kollege Hörn wurde verdächtigt, einem zwergischen Braumeister ein Fass Meisterbier gestohlen zu haben. Jedenfalls hatte sie ein anderer Zwerg names Yelhi diesbezüglich bei der Obrigkeit angeschwärzt.
Und da Hörn gerade nichr aufzufinden war, hatte man seine "Komplizen" in einen tiefen zwergischen Kerker geworfen. Und jetzt saßen hier seit zehn Minuten. Hörn war eigentlich nur Kacken gegangen. Es brachte immer Unglück, wenn Hörn kacken ging.
Faenwulf gähnte lange und ausgiebig. Gähnen- das war die alte Skaldentechnik, mit der man anderen leuten möglichst effektiv mitteilen konnte, dass man sich langweile und ein kleines bißchen Spaß vertragen konnte.
Rhajane guckte ihn leicht angesäuert an.
"Was?"
"Mir ist son bißchen langweilig."
"WIR SIND DOCH ERST SEIT 10 MINUTEN HIER IM KERKER, DA KANN DIR DOCH NOCH NICHT LANGWEILIG SEIN"
"Ich finds hier doof."
"Spiel doch mit den Ratten."
"Die wollen nicht"
Rhajane hoffte inständig, dass sie bald von irgendwem gerettet werden würde. Die maraskanischen Folterknechte verstanden ihr Handwerk: Pack die Magierin und den Skalden nur lang genug in eine Zelle, dann kriegt ihr Hirn bald eine Delle.
Irgendwie erinnerte sie dies daran, wie sie sich alle damals kennengelernt hatten...
Montag, Juli 17, 2006
Hmmm, nicht sonderlich viel los hier...
Montag, Juli 10, 2006

So. Nu aber mal wieder. Haben Hauke und ich Freitag im Regen beschlossen.
Montag, Mai 09, 2005
Fett Krass.
Samstag, August 02, 2003
na toll.
Sonntag, Juli 27, 2003
aber nur ohne Joost.
Montag, Juli 14, 2003
wollen wir nicht mal wieder sowas machen? ich fand das lustig!
Montag, März 24, 2003
gott, wir haben krieg, ne...
Montag, März 10, 2003
man soll ja aufhören, wenn's am schönsten ist....
weiter sind wir denn leider nicht gekommen.
Montag, Februar 24, 2003
Babette hatte ein seltsames kribbeln im nacken. Hoffentloch würde ihr keiner auf den Hintern klopfen. Dem letzten hatte sie mit ihren 2 wohlgeformten Backen, die erstaunlich beweglich waren beinah die Hand abgerissen.
Sonntag, Februar 23, 2003
Bombastus musste sich zurückhalten, Babette nicht bei Gelegenheit auf den Hintern zu klopfen. Beim Letzten Mal hatte er einer jungen Frau dabei das Becken gebrochen.
Freitag, Februar 21, 2003
Babette schüttlete innerlich den Kopf. Männer. So einfach zu manipulieren. Sie brauchte mal wieder was neues. Eine Herausforderung.
Donnerstag, Februar 20, 2003
Wu nickte mit dem Kopf Richtung Fenster. Plötzlich wurde es ganz still in der Spelunke. Draußen verzog sich der Himmel und die Geiger auf der Bühne begannen ihre Geigen zu stimmen.
"Pinky ist das Opfer eines wahnsinnigen Wissenschaftlers", raunte Wu, "sein clownartiges Aussehen verdankt er allein ihm. Über all die Jahre hat sich seine Seele verdüstert und allein die Hoffnung, einmal wieder ein normales Leben führen zu können, hat ihm am Leben erhalten. Er weiß, dass er in dem Tempel ein Gegenmittel finden kann. Um dieses Mittel zu erlangen ist ihm jedes Mittel recht."
Bombastus hing an Wus Lippen und lauschte gebannt seiner Erzählung. Daddys Augen folgten den Bewegungen von Babettes grazilen Beinen auf dem Tisch.
"Aber wäre es nicht nur fair, wenn wir Pinky das Mittel überlassen, um sein Leiden zu beenden?" fragte Daddy ohne die Augen von Babette zu lassen.
Doch Dr Bombastus' Hasstirade beendete die gespannte Stimmung:
"Ich hab mir fast den A... abgefroren wegen dem und er wollte uns alle umbringen. Und jetzt will er sich auch noch unseren Schatz unter den Nagel reißen. Und das einzige, was dir einfällt, ist 'lass ihn doch'???" brüllte er Danger an.
Babette schwang sich elegant vom Tisch auf einen freien Stuhl ganz dicht neben Bombastus, legte ihre Hand beinahe beiläufig auf seinen muskulösen Unterarm und wisperte:
"Diesen Typ Mann schätze ich. Entschlossen, zuverlässig und gerecht."
Wu grinste und nahm einen Schluck aus dem Whiskyglas.
Babette. Die mit einem 4 fachen Salto-Überschlag und 2 Wand-Apprallern plötzlich mitten auf dem Tisch landete und Bombstus eine Erdnuss aus der Hand schlug. Bombastus sagte "Heee, da sind noch genug da! Nimm dir doch selbst welche!"
Babette zeigte stumm auf Bombastus Äffchen. Um es herum lagen unzählige Erdnußhüllen, während es selber gerade wild damit beschäftigt war ein Stuhlbein zu bespringen.
Sie fuhr fort, während sie grazil zwischen 2 Tischen hin und her balancierte, "Wu hat die meisten meiner Erinnerungen aufschlüsseln können"
Wu nickte stolz.
"Ich weiß jetzt, wir wir den Tempel finden können. Und ich denke, mir wird einiges klar über Euren lustigen Freund..."
Mittwoch, Februar 19, 2003
Professor Wu nahm Babette beiseite und sagte:
"Jungs, wir möchten jetzt nicht gestört werden, sonst kann ich nicht!"
Dann verschwand er mit Babette in der oberen Etage, während sich Bombastus und Danger weiter zukippten.
Stunden vergingen, dann kamen Professor Wu und Babette die Treppe wieder heruntergestiefelt. Wus Gesichtsausdruck war mehr als undeutbar, völlig nichtssagend, Babettes Augen hingegen wirkten glasig.
Bombastus stieß Danger mit dem Ellbogen in die Rippen und wies auf die beiden.
"Na, auch wieder im Lande?" brüllte er hinüber.
"Was war es denn nun, was du aus ihr herausgequetscht hast, Wu?" fragte Daddy Danger und vor seinem geistigen Auge spielten sich eine Menge interessanter, wenn auch höchst unwahrscheinlicher Szenerien ab.
"Schau selbst!" sagte Wu trocken, hob die Hand und zeigte auf...
Während Daddy mit Gefühl an seinem Knüppel rüttelte und Bombastus sich fragte, warum man in der Luft die Karte überhaupt gebraucht hätte, lief Babette besorgt auf und ab. "Ein Clown, der meinen Tempel will. Es macht einfach keinen Sinn..."
"Dem trau ich alles zu!" wütete Bombastus in seinem Loch.
Unter ihnen lag wie ein grüner Teppich mit vielen Fusseln die weite Landschaft des südamerikanischen Regenwaldes. In der Ferne stand die Sonne niedrig am Himmel und verbreitete ihr rotes Licht. Die Maschine hing wie ein dicker fetter Brummer am Himmel und flog auf die Landebhan neben einer kleinen schmutzigen Stadt namens El Paolobolo zu, wo Dr. Burnsmith bereits erwartet wurde. Und seine Schafsherde, die nun um ca 35 Prozent dezmiert war. Eigentlich hatte man vorgehabt diese Stadt zu vermeiden, da man ja nach Peru wollte und nicht hierher. Nur hatte Danger vergessen das Benzin neu zu kalkulieren. Aber ein Zwsichenstopp mehr oder weniger machte den Braten auch nicht mehr wett und man konnte wenigstens die restlichen Schafe loswerden.
Die Landung verlief relativ glatt, Babette trug ihren Bart mit glänzender Überzeugungskraft, vielleicht waren die Einwohner auch einfach zu schüchtern oder zu höflich, etwas zu sagen. Oder Wu steckte dahinter. Bombastus hatte alle Hände voll damit zu tun, seinen eingeschlafenen und eingefrorenen Hintern wieder in Position zu bekommen.
Man saß zu etwas ratlos in einer kleinen schmierigen Hotelkneipe und trank brasilianischen Fusel.
"Wie sollen wir denn nun diesen Tempel und Ihren Vater finden?" fragte Bombastus in die Stille hinein.
Keiner antwortete.
"Okay" seufzte Babette,"es gibt vielleicht eine Möglichkeit. Ich wollte sie nur im allernötigsten Notfall anwenden und nicht wegen einem verdammten CLOWN." Sie schloß kurz die Augen und zählte wohl bis 5.
Als sie sie wieder öffnete, waren sie auf Wu gerichtet.
"Kleiner, Du mußt mich hypnotisieren."
Wu war beglückt. "Eine ganz ausgezeichnete Wahl. Ich habe bereits mehren Leuten dazu verholfen, mit dem Rauchen aufzu.."
"Halt die Klappe, Kleiner" Babette´s Stimme war ungewohnt rauchig, "Du mußt eine posthypnotische Gedächtnisblockade in meinem Gehirn aufheben. Klar?"
Wu ließ sich natürlich nichts anmerken. Das war eines der wenigen Talente, die er besaß. Im Zirkus konnten sie ihn noch so ausbuhen, es prallte an ihm ab wie an einem Spiegel und schnellte zu den Buhern zurück.
"Und wo soll ich die finden?" Diese Frage hätte ganz schön bescheuert klingen können, so war sie auch gedacht, aber unerwarteterweise antwortete Babette: "Irgendwo zwischen meinem 17 und 23 Lebensjahr", also konnte sie nicht ganz dämlich gewesen sein.
Babette fuhr fort: "Ich bin Mitglied einer geheimen Sekte. Habe lange Jahre trainiert und kann mich an überhaupt nichts erinnern. Wird alles ausgelöst von posthypnotischen Befehlen. Die sind mir leider...äh abhanden gekommen. Und nun kann ich auf meine Fähigkeiten nur im allernötigesten Notfall zugreifen. Du, Wu, mußt mir jetzt meine Erinnerung zurückholen"
Wu schluckte.
Daddy blickte verzückt auf Babettes Rundungen. Sie lag auf
seinem Bett im Zirkusbauwagen. Sie trug einen seidigen Hauch
von nichts, für lasziv mit der Zunge über ihren schmolligen
Mund und für mit ihren Fingern über die erigierten Brustwarzen,
die sich frech durch den beinahe transparenten Stoff drückten.
Schließlich eilte Daddy zum Fenster, um den Vorhang zuzuziehen.
Von seinem Fenster aus konnte er genau in die Bauwagen von
Bombastus und Wu schauen.
Wu saß im Schneidersitz auf seinem Bett und machte irgendwas,
was wie "Oooohmmmm!" klang, während Bombastus weinend vor dem
Radio saß und Schokolade aß. Das tat er in letzter Zeit öfter.
Nicht, daß sich keiner getraut hätte ihn nach dem Warum? zu fragen...
Es wollte einfach keiner wissen. Daddy schüttelte die
Gedanken ab. Er hatte schließlich wahrlich was besseres zu
tun... Er schloß den Vorhang und wandte sich wieder Babette zu.
Doch anstelle der aufreizenden Babette lag jemand völlig anderes
dort....
"PIINNNKY!!", schrie Daddy schweißgebadet und blickte plötzlich
in die Augenpaare von Wu und Babette...
"Ja, genau der!", fluchte Babette, "er ist nicht etwa einfach so aus
dem Flugzeug gesprungen. Er hat vorher die von mir angefertigte
Karte gestohlen!"
Immer noch nicht ganz im hier und jetzt, aber trotzdem schon wieder
höchst wachsam setzte sich Daddy wieder an den Steuerknüppel.
"Dann fliegen wir eben nach Gefühl...", murmelte er.
(dies schreib Schweine-Joost)
"Vielleicht", sagte Babette "ich bin ja weißgott kein Experte in solchen Dingen, aber vielleicht wäre es nun an der Zeit, DEN VERDAMMTE MOTOR WIEDER ANZUSTELLEN! Danger fand das war eine ausgezeichnete Idee. Auf den Boden aufzuschlagen, Gott, das wär nicht das erste Mal, aber diese Furie im Nacken, damit war nicht zu spaßen.
"UND WAS WAR DAS FÜR EINE KOMISCHE GESTALT; ICH HAB JA SCHON VIEL ERLEBT ABER VON DÄMLICHEN CLOWN BIN ICH NOCH NIE SO GEDEMÜTIGT WORDEN; WAS KOMMT ALS NÄCHSTES; HABT IHR EURE ELEFANTEN AUCH EINGEPACKT; JA?" Babette brüllte hysterisch durch die Gegend. Bombastus verkroch sich noch tiefer in sein Loch. Wu versuchte die Situation gekonnt wider unter Kontrolle zu kriegen, indem er Babette seine Uhr zeigte und ihr nahelegte, daß sie ganz müde sei und ihre Augen zufallen würden und sie sich auf seinem Schoß einkuscheln wollen würde, doch Zielen war keine seiner Stärken, sondern eine seiner Schwächen und so hatte er urplötzlich Danger friedlich nuckelnd auf seinem Schoß und es ging wieder abwärts.
Dienstag, Februar 18, 2003
Bombastus steckte seinen Hintern wieder ins das Loch in der Außenhaut, um es zu stopfen.
"Ich komme mir etwas blöd vor", gab er zu.
Montag, Februar 17, 2003
Pinkys ohnehin großgeschminkte Augen weiteten sich und er starrte Daddy fassungslos an:
"Das wiRRst du miRR büßen", fauchte er mit seinem unverkennbaren tschechischen Akzent, "Pinkovič wiRRd sich RRächen!!!" dann sprang er in den Laderaum, hievte Dr Bombastus aus dem Loch in der Außenhaut, riss sich die rote Clownsnase aus dem Gesicht und blies sie zu einem großen roten Ballon auf, dann sprang er aus dem Flugzeug.
Der verdutzte Bombastus sah Pinky hinterher, wie er langsam an seinem Clownsnasenballon hängend gen Erde segelte...
Samstag, Februar 15, 2003
"PINKY!!??" Daddy guckte verständnislos. Pinky war ja bekannt für seinen derben, schwarzen Humor (der ihm nach so mancher Kindervorstellung ziemlichen Ärger eingebracht hatte...), aber das war die Höhe.
"Der Pudel ist geladen. Also keine Tricks!", fauchte der sogar jetzt geschminkte Pinky.
Bombastus versuchte vergeblich sich aus dem Loch in Bordwand zu befreien. Vielleicht war das auch gut so, denn nur so blieben die Druckverhältnisse konstant. Wu war in ein lethargisches Brummen verfallen und klopfte seinen Kopf im Takt der Motoren gegen eine Holzkiste.
Daddy bekam feuchte Finger. Er tastete unauffällig nach dem Fallschirm unter dem Sitz. Dann blickte er auf den Höhenmesser. Schließlich schaltete er die Motoren ab, so daß sie plötzlich eine beängstigende Stille umgab, die nur von Wus Kopfschlägen unterbrochen wurde.
Dann Daddy stand vom Pilotensitz auf, öffnete eine Fensterluke und schmiss eine Art Rucksack hinaus.
"So. Das war der einzige Fallschirm an Bord." Er setzte sich im Schneidersitz neben Wu auf den Boden, verschränkte die Arme vor der Brust und blickte Pinky schmollend an.
"Du wolltest doch runter, oder?"
Freitag, Februar 14, 2003
Der Clown im Schafspelz war es, denn die Schafe wären alleine niemals auf eine solche Idee gekommen. Das Loch in der Außenhülle war nun gestopft mit der gesamten Masse von Bombastus Körper, auch wenn er noch so fluchte. Neben ihm stand mit einem irrsinnigen Grinsen im Gesicht: Pinky der ...Clown. Pinky hielt ein semiautomatisches Maschinengewehr in der einen und einen rosaroten Ballon in der Form eines Pudels in der anderen Hand. Er winkte Babette zu sich heran, drückte ihr den Pudel gegen die Schläfe und zischte "Runter" hinüber ins Cockpit.
Daddy hatte alle Mühe das Flugzeug, das jetzt immer mehr wackelte, ruhig zu halten.
"Was ist da los?", brüllte Babette in Richtung Bombastus und sah nur noch, wie eine Hand um dessen Stiernacken packte und ihn in die Luke zog...
Professor Wu spähte durch ein Seitenfenster.
"Leute, ich glaube wir verlieren Ladung!" brüllte er. Es sah aus, als ob sie wie die Amerikaner über Afghanistan ihre Bomben abwerfen wollten. Doch von diesen Bomben konnte man höchstens erschlagen werden...
Das Blöken wurde lauter und aufgeregter.
"Die Schafe fallen raus!", erkannte nun auch Dr Bombastus. Und während Babette in Tränen ausbrach und etwas von "unschuldigen Tieren" schluchzte, stapfte Dr Bombastus zum Laderaum, um nach dem rechten zu schauen. Er öffnete die Luke und streckte seinen Kopf hinein...
Langsam aber sicher bekam Daddy ein Gefühl für die Maschine und er wurde entspannte. Nirgendwo fühlte er sich wohler als hinter dem Steuerknüppel eines Flugzeugs. Wenn man ihn vor die Wahl stellte, würde er den harten Ledersitz, das laute Dröhnen und den Gerüch von Kerosin jederzeit dem weichen und warmen Schoß einer hübschen Frau vorziehen. Bei dem Gedanken musste er sich umdrehen, um mal wieder einen Blick auf Babettes zorniges Gesicht zu erhaschen. Sie war heiß. Heißer als ein 200 PS-Motor eines Doppeldeckers beim Sturzflug... Er verwarf den Gedanken. Er liebte die Gefahr, aber diese Frau war die Cousine von Gevatter Tod. Und er hatte nicht vor in diese üble Verwandtschaft einzuheiraten.
"Was glotzt Du mich so an!?", fauchte Babette in Richtung Daddy. "Guck nach vorne!"
"Äh, Babette, Du hast da noch was von dem Schnauzer an der Oberlippe...."
Wütend nahm sie einen kleinen Taschenspiegel heraus, um die letzten Fussel des künstlichen Barts abzuwischen.
Es war ein selten dämlicher Plan gewesen. Babette hatte darauf bestanden, sich als Dr. Burnssmith zu verkleiden und die anderen drei als ihre Helfer durchzuschleusen. Der erste Wächter hatte ihr es tatsächlich abgenommen, aber das war der vom Flughafenparkplatz. Von da an ging es nur noch schief. Durch die einzelnen Barrieren quälten sie sich gerade so durch, aber als Babette dann schließlich wie selbstverständlich auf die Damentoilette verschwand, war es endgültig vorbei. So war es an Bombastus ihnen den Weg zur Maschine freizuboxen.
Daddy wurde von einem lauten Schlag aus seinen Gedanken gerissen.
"Was war das!?", fragten alle vier aus einem Mund.
Wu guckte nervös.
"Es kam von den Schafen..."
Donnerstag, Februar 13, 2003
4einhalb Stunden später und 1000m höher:
"Bä" "Böh" "Mä"
"Ich halte es nicht mehr aus!" Babette war völlig ausfgelöst "Brasilien! Forschungsflugzeug! Wieso haben die hier eine Schafsherde an Bord!"
Der Gestank war unerträglich. Dies war die größte Maschine, die Daddy in den letzten 3 Wochen geflogen hatte.
Die Schafe stanken und Babette kriegte sich nicht mehr ein. Wu war seit einer Weile seltsam in Gedanken versunken und schaute sich permanent nach links und rechts um.
Am späten Abend trafen sie sich alle im Brubakers Inn, einem kleinen, schmierigen Motel am Rande von Chicago.
Die drei hatten Babette dort abgesetzt und waren zurück zum Zirkus gefahren. Dort holten sie alle unauffällig ihre wichtigsten Habseligkeiten aus ihren Bauwägen und klebten einen Zettel, mit diversen Verwünschungen für die Zukunft an die Tür des Zirkusdirektors. (Der Brief war zwar hart formuliert, aber immer noch herzlich genug, um sich bei einem eventuellen Fehlschlag wieder blicken lassen zu können....)
Als sie alle ihre Sachen ins Auto gepackt hatten und es losgehen sollte, zögerte Wu.
"Einen Moment Jungs. Ich hab...äh...noch was vergessen!", stotterte er unsicher und verschwand im Dunkel.
Daddy und Bombastus blickten sich fragend an, zuckten schließlich mit den Schultern und setzten sich in den Wagen und warteten.
Wu schlich zum Bauwagen von Pinky, dem Clown. Leise zog er sich einem Fenster hoch und blickte hinein. Pinky lag in seinem Bett und schlief. Wu, der Pinky noch nie ungeschminkt gesehen hatte, wunderte sich kein bißchen, das er auch jetzt dick bemalt in seinem Bette lag. Wu zweifelte ein wenig an dem Amulett... So, würde er ihnen kaum gefährlich werden. Etwas beruhigt ging Wu zurück zu den anderen beiden.
"So, das wars. Alles klar.", sagte Wu und setzte sich in den Wagen. "Ach, hat einer von Euch Pinky eigentlich schon mal ungeschminkt gesehen...?"
Schnell und immer darauf bedacht, nicht verfolgt zu werden machten sich die drei auf ins Motel, wo Babette mit einer guten Nachricht auf sie wartete. Sie hatte inzwischen das Geheimnis der Statue im groben entschlüsselt und eine Karte angefertigt.
"Dort müssen wir hin.", sagte sie und deutete auf eine kahle Stelle auf der Karte. "Und noch eine gute Nachricht." Sie warf eine Ausgabe der Abendzeitung auf den Tisch.
Chicago.Dr. Michael Burnssmith von der Universität Chicago macht sich morgen vom Flughafen-Süd Richtung Süd-Amerika auf. Er und seine 3köpfige Forschergruppe beteiligen sich an Ausgrabungen in Brasilien. Zu diesem Zweck wurde bereits gestern das Forschungsflugzeug "Albatros" mit allen notwendigen Ausrüstungsgegenständen beladen.....
"Wow. Das ist in der Tat ein Glücksfall..." Daddy war begeistert und betrachtete aufgeregt das abgedruckte Foto des Flugzeugs.
"Okay...", brummte Bombastus, "Hey, Wu, du hattest doch heute mittag den sichersten Weg von hier zum Flughafen in den Stadtplan eingetragen. Zeig noch mal her."
Wu begann in seinen Taschen zu kramen.
Aber er würde den Stadtplan nicht finden, denn er hatte ihn verloren. Und zwar vor Pinkys Bauwagen....
Denn während die Freunde und Babette mit einem Angestellten des Flughafens über die Modalitäten verhandelten, schlich sich Pinky der Clown unauffällig in die zweimotorige Propellermaschine, mit der sie gleich Richtung Süden fliegen wollten. Wu packte die Panik. Wie konnte Pinky davon erfahren haben? Steckte sie mit Babette unter einer Decke? Würde es ein Massaker geben, wenn Dr Bombastus ihn entdeckte?
Hastig stopfte er das Amulett wieder in seinen Kragen und ging betont lässig zur Gruppe zurück.
Pinky!!!
Mittwoch, Februar 12, 2003
Professor Wu überkam ein mulmiges Gefühl, es dauerte einige Sekunden bis er begriff, was es war. Sein Amulett wurde immer wärmer und wärmer.
"Muss mal eben wohin", brummte er und verließ die drei, um hinter der nächsten Ecke einen Blick auf sein Schmuckstück zu werfen.
Er nestelte es aus seinem Kragen hervor, es war wirklich heiß und es war deutlich zu sehen, dass es leuchtete, wenn man die hand darüber hielt.
Wu fixierte das Amulett und plötzlich schoss ihm eine Fontäne aus buntem Licht entgegen, wie ein Geysir sprühte es sie dem Amulett und umschloss ihn.
Für einige Sekunden war Wu orientierungslos, dann konnte er in dem grellen Hell Konturen ausmachen. Er sah seine Freunde und Babette. Aber nicht da, wo sie jetzt eigentlich sein müssten, sondern auf einem großen Feld... Ah, ein Flughafen müsste das sein! Er schaute genauer hin, versuchte mehr Details auszumachen. Dann sah er etwas, was ihm den Atem stocken ließ...
"Also ich hab noch 2 Dollar" sagte Bombastus nach einigem Herumkramen in seinen Hosentaschen, "vielleicht, wenn wir alle zusammenlegen..."
"Schluss mit dem Unfug. Ich will die Statue. Wir müssen sie haben, bevor Mad Karoo und seine Gefolgen sie bekommen. Was wir dann damit machen ist völlig nebensächlich" Babette verlor langsam die Geduld.
Nach diversen Hin, Her und Herum war man letztednlich einig. Man würde ins Museum einbrechen und das gute Stück klauen, denn man mußte auf jeden fall einer Dame in Not helfen, das gehörte sich so, aber man würde es nicht zerstören denn das gehörte sich nicht. Die Aussicht dem Circus für eine Weile entkommen zu können war ebenfalls sehr verlockend. Zunächst begaben sich die 4 höchst unauffällig in Abständen von jeweils 5 Minuten allein ins Museum und die Lage auszuloten. Wu beobachtete sehr zufrieden die leere Vitrine deren Inhalt ihm nun um den Hals hing und eine sanfte Wärme ausstrahlte.
Der Plan war, dann abends zurückzukommen und alles klar und so. Leider stolperte Bombastus über seine Schnürsenkel, die er sich sonst wirklich IMMER zuknotete und landete mit seinem massigen Körper genau in dem Ausstellungsstück einer nepalensischen Mumie. Tumult brach aus! Die Wachen rannten Berserk und die ganze Geschichte war unglaublich peinlich.
Abends holten die drei Bombastus von der Polizeistation ab. Die hatten eingesehen, das das wirklich ein Mißverständnis gewesen war, denn was hätte Bombastus schon mit so ner Mumie wollen sollen und außerdem hatte man keine Zelle, die groß genug wäre, ihn zu halten.
"Sehr gut gemacht" sagte Babette merkwürdig unironisch und tätschelte ihm die Hand, "Ich hab dich unterschätzt, Großer. Was für ein gekonntes Ablenkungsmanöver"
"Hmmm?" machte Bombastus
Und damit zog Babette die Statue aus ihrem Strumpfband hervor. (Danger entschloss sich, sich auch sowas anzuschaffen)
"Die Statue" stellte Wu fest.
"Wieso ist das denn keinem aufgefallen?" wunderte sich Danger
"Wo ist denn eigentlich mein Affe?" fragte Bombastus.
Babette setzte wieder ihren gewohnten kühlen Blick auf.
"Natürlich widerstrebt es mir auch, die Kunstwerke zu zerstören. Aber offiziell sind die ersten 6 im Besitz der französischen archäologischen Gesellschaft. Die siebte ist im Besitz der South-American Society of Culture und History. Wie zum Teufel soll ich die dann ins Leihhaus geben? Natürlich würde es auch meinem Vater nicht gefallen, wenn ich die Statuen für immer vernichte.... Aber wenn ihr eine andere Möglichkeit seht, an genügend Geld zu kommen bin ich gerne bereit, davon abzusehen."
'Statuen einschmelzen, tztztz...", dachte Professor Wu bei sich. Wenn das nicht äußerst frevelhaft war! Während sich Daddy Danger in Gedanken auf die Flugreise einstellte, schmiedete Wu erste Pläne, die Statuen vor der Zerstörung zu bewahren.
"Man könnte die Statuen auch an ein Leihhaus geben!", platzte es aus ihm heraus, "dann müssen wir diese Kunstwerke nicht vernichten!"
Daddy parkte den Wagen auf einem abgelegenen Parkplatz in der Nähe eines Parks. Sie bewegten setzten sich auf eine zwischen Büschen verborgene Parkbank. Ohnehin war in dem Park kaum etwas los, denn es war schließlich erst Mittag und das Wetter war auch nicht übermäßig einladend.
"Babette. Seitdem wir sie getroffen haben, haben wir große Mühe gehabt am Leben zu bleiben. Was Ihre Auftraggeber angeht, so haben sie uns im Dunkeln gelassen. Was Ihre wahren Beweggründe sind, die die Statue so wichtig für sie machen, wollen sie uns nicht sagen. Ihre Verfolger wollen sie angeblich nicht kennen. Und dann diese Widersprüche!" Daddy war wirklich wütend und machte sich auch keine Mühe das zu verbergen. Auch Bombastus nickte grimmig und verlangte nach einer Erklärung.
"Nagut...", seuftze Babette und zum ersten Mal, seitdem sie sie gesehen hatten, zeigte ihr sonst so kühles Gesicht etwas Zerbrechliches,"es handelt sich bei der Statue um ein altes Stück aus der Inkakultur..."
"Inka?" Wu guckte ungläubig und zeigte auf die Seite 3 der Chicago-Post. "Ich dachte es ginge um etwas Ägyptisches..."
Babette schüttelte mit dem Kopf. "Das ist Zufall, das die Ausstellung auch dort ist. Einerseits gut, denn es lenkt von den übrigen Ausstellungsstücken ab, andererseits schlecht, da die allgemeinen Sicherheitsvorkehrungen für das Museum erhöht wurden. Aber weiter... Es ist eine Statue aus der Tahuantinsuyo-Dynastie, die vor allem in Peru ansässig war. Mein Vater war Archäologe und erforschte die Kultur sehr genau. Er war lange Zeit in Peru und brachte von dort 6 Statuen mit. Er befasste sich gründlich mit ihnen und stellte fest, das sie der Schlüssel zu einem Eingang waren. Ein Eingang zu einem Tempel, von dem bisher noch niemand etwas wusste. Er ging wieder nach Peru, denn es fehlte noch eine Statue, um das Geheimnis endgültig zu ergründen."
Sie machte eine Pause und eine kleine Träne rann ihre Wange hinab.
"Das war vor zehn Jahren. Seitdem gibt es kein Lebenszeichen mehr von ihm. Die französische ärchälogische Gesellschaft hatte nach ihm suchen lassen, aber es bald aufgegeben. Ich hatte meinen glauben auch verloren, aber dann Erfuhr von dem Fund einer Inka-Statue. Und ich bin mir sicher: Es ist der siebte Schlüssel. Versteht Ihr? Ich glaube, daß mein Vater noch lebt! Und ich werde ihn finden!"
"Wow...", machte Bombastus,"aber was ist mit den Killern?"
"Ich denke, sie haben herausbekommen, daß ich nah an der Lösung bin. Es gab zu Zeiten des Inka-Königs Pachacutecs ein Sekte. Die Sekte des Roten Gottes. Man sagt, daß es bis heute Anhänger in Peru gibt. Durch Goldreserven haben sie einen großen Einfluß. Auch bis Chicago."
Alle drei hatten dem Vortrag andächtig gelauscht.
"Wo sind die anderen sechs Statuen?", fragte Daddy schließlich.
"An einem geheimen Ort versteckt. Wenn ich ich die siebte Statue untersucht habe, werde ich sie einschmelzen und das Gold verkaufen. Das Geld sollte mehr als genug sein, um Männer anzuheuern und Ausrüstung zu kaufen..."
"...oder ein ganzes Flugzeug, inclusive jemandem, der es fliegen kann..." Seit langem hatte Daddy Danger endlich wieder das Gefühl, genau der richtige für den Job zu sein...
Dienstag, Februar 11, 2003
"Wir können Sie im Zirkus verstecken", schlug Dr. Bombastus vor. "Da findet Sie keiner. Und wenn wir Sie mit einer Kanone durch die Gegend schießen, dann fällt es gar nicht auf, dass Sie neu sind. So sparen wir uns diesene ganzen Kram. Und wenn Pinky Sie anfasst, habe ich einen legitimen Grund, ihn zu zerquetschen!"
Dann runzelte er die Stirn. "Sagten Sie nicht neulich, dass Ihnen der materielle Wert von dem Zeug relativ egal wäre?"
Babette say auf dem Rücksitz, wo nur wenig Platz blieb, da Bombastus den meistem für sich selber beantspruchte. Der Affe beäugte sie misstrauisch. "Wer waren die?" fragte Wu gereizt "wenn mich schon jemand umbringt, will ich wenigstens wissen warum. Die Geister meiner Vorfahren...äh werden sonst böse, wenn...ich.. ohne vorher Bescheid zu sagen, einfach auf der Türmatte stehe..schwebe"
Babette erhob wieder eine ihrer Augenbrauen, was Bombastus den Atem anhalten und einen Autofahrer auf der gegenüberliegenden Seite in einen Hydranten fahren ließ.
"Hören Sie bitte damit auf, Ms DuBois" rief Danger, "ich versuche mich hier zu konzentrieren."
"Die Männer, die mir und nun auch Euch nach dem Leben trachten sind Anhänger der Sekte des roten Gottes."
..des roten Gottes. Das sagte niemandem was, obwohl Wu so tat, als ob wohl.
"Sie brauchen mich für ein ihrer ekeligen Rituale, oder sowas, weiß der Teufel"
"Was... denn für ein Ritual?" fragte Bombastus
"Pass auf, ich habe keine Ahnung. Ein alter Kollege von mir, hat mir diesen Brief zugeschickt und mich vorgewarnt, das man mich besuchen würde. Ich brauche jetzt Geld um mich abzusetzen. Deswegen müssen wir unbedingt heute ins Museum. Kapiert?"
Danger spürte instinktiv, das dies nicht die volle Wahrheit war.
Wu spürte instinktiv, wie er von Bombastus Affen gelaust wurde. Es gefiel ihm.
Montag, Februar 10, 2003
Endlich hatte Daddy Danger seinen Wagen in die Lücke bugsiert. Nachdem er ausgestiegen war, umrundete er sein Gefährt, um nachzusehen, ob es irgendwelche Schäden genommen hatte aber es schien alles in Ordnung zu sein.
Endlich hatte Bombastus eine Chicago Post befreit und unter den Arm geklemmt. Sein Äffchen saß immer noch ganz aufgeregt und kreischend auf der Schulter.
"Was stand den jetzt eigentlich in dem Brief?" Wu fiel ein, daß sie den in der ganzen Aufregung vergessen hatten.
Bombasto wollte zu einer Antwort ansetzen, aber Daddy brachte ihn mit einer Handbewegung zum Schweigen.
"Vielleicht sollten wir das später klären. Was auch immer die Kerle von uns wollten, aber sie werden uns auch hier finden. Also lasst uns das Schnuckelchen ins Auto laden und verschwinden!"
Die drei fanden Babette an der Bar vor.
"Sie haben uns einiges zu erklären! Und...", fauchte Bombastus, doch Babette brachte ihm mit einem Blick zum Schweigen.
"Unsere Mission ist in Gefahr meine Herren. Ich vermisse einen wichtigen Brief mit brisantem, um nicht zu sagen lebensbedrohlichen Inhalt..." Die sonst so kühle Babette schien wirklich niedergeschlagen.
Daddy griff bei Bombastus in die Jackentasche und holte das zerfetzte Stück Papier heraus. Es hatte arg gelitten und es würde einige Mühe kosten, den Brief wieder lesbar zu machen. Babettes Miene helte sich auf.
"Wie gesagt. Sie haben uns einiges zu erklären! Aber nicht hier und nicht jetzt. Wir hatten heute schon das Vergnügen Gevatter Tod so gerade noch vom Spaten zu hopsen. Und mein Instinkt sagt mir, daß wir uns hier nicht länger aufhalten sollten..."
Nichteinmal eine halbe Minute später saßen sie wieder im Wagen. Und keine Sekunde zu spät, denn im Rückspiegel konnte Daddy noch sehen wie der schwarze Wagen vorm Nightclub hielt und drei schwer bewaffnete Männer hineinstürmten....
...und er hängte den anderen Wagen gekonnt ab.
Schon 10 Minuten später hielten sie vor der Bar. Wu und Bombastus stiegen aus.
Wu winkte etwas nach vorne, dann hob er die Hand wieder als Signal zum Halten. Bombastus kämpfte mit einem Zeitungsautomaten der Chicago Post und Dad Danger versuchte aus Wus Handzeichen schlau zu werden und den feuerroten Ford karambolagefrei in eine zugegebenermaßen sehr enge Parklücke zu manövrieren.
"Wie ist denn jetzt eigentlich der Plan?" brüllte Wu Danger zu, der sich an seinem Lenkrad abkämpfte.
Bombastus sah tadelnd zu den beiden hinüber und zerrte weiter an der Klappe des Automaten. Die Schlagzeile klang nämlich interessant "Chicago City Museum: Ägyptischer Goldschatz zum ersten Mal in den USA".
"Halt mal an, Daddy!", rief plötzlich Bombastus vom Rücksitz des Wagens.
"Was ist denn los!?", fragte Daddy gehetzt, denn sie waren schon reichlich spät dran, "musst du etwa schon wieder!?"
"Nein! Ich hab in einer der Taschen einen Brief gefunden. Und der ist nicht für uns..." Bombastus wirkte angespannt. Dies merkten auch die anderen beiden und das machte sie nervös. Bombastus war ein Bär von einem Mann und etwas was ihn aus der Ruhe brachte (außer Pinky dem Clown...), musste eigentlich noch erst erfunden werden.
"Nicht für uns?", fragte Wu, "Okay, was steht drin...?"
Daddy fuhr den Wagen rechts ran.
"Wir sollten uns genau überlegen, ob wir bei diesem Spiel hier mitmachen....", flüsterte Bombastus und hielt Daddy und Wu den Brief hin. Gerade als Daddy danach greifen wollte, gab es einen lauten Knall, einen Schuß und 2 Millisekunden später riss eine Kugel ein Loch in das Papier.
"Der Schuß kam aus dem Wagen!", brüllte Wu und deutete auf eine großes, schwarzes Automobil, das mit hoher Geschwindigkeit näher kam. Ein komplett in schwarz gekleideter Mann lehnte hinaus und zielte erneut auf sie. Diesmal mit einer Maschinenpistole.
Daddy überlegte nich lange und gab Gas. Mit quietschenden Reifen setzte sich der Ford in Bewegung und Bombastus Äffchen, was bisher schlafend auf dem Rücksitz gelegen hatte, kreischte vor Angst.
Mit atemberaubender Geschwindigkeit manövrierte Daddy sein gefährt durch die Straßen von Chicago. Immer wieder kamen ihre Verfolger gefährlich nah heran und immer wieder schlugen die Kugeln aus dem Maschinengewehr dicht neben ihnen ein.
Doch auf den Straßen von Chicago machte Daddy niemand was vor....
Bombastus, Wu und Danger sahen sich an: irgendwie hatten sie das Gefühl, einer Störung des Zeit-Raum-Kontinuums unterworfen gewesen zu sein.
Babette tippte mit ihren Fingern nervös auf der mattschwarzen Oberfläche der Bar herum. Sie wußte nicht, was sie tun sollte. Und doch blieb ihr keine Wahl. Sie war selten in größeren Schweirigkeiten gewesen und falls das was sie im Begriff war zu tun, ihr irgendwie daraus helfen konnte, dann.. ja dann mußte sie es tun, selbst wenn es ein paar andere Leute in ebenso größere Schwiergikeiten versetzen würde. Das war ein langer Satz, den sie da gedacht hatte. Sie dachte ihn noch einmal und nippte an ihrem Bloody Harry. Sie fand die Jungs ja ganz sympathisch, besonders den lustigen Schwarzen. Schon wieder überkamen sie Zweifel, aber sie wischte sie mit einer mentalen Handbewegung davon, stand auf und bereitete sich auf das Treffen vor. Wo war nur der Brief gelandet? Sie wußte, er war gestern noch da gewesen. Chunky Chuck hatte ihn wie üblich vroebeigebracht... Wenn der in falsche Hände geraten würde, dann...
Am nächsten Morgen um 10 Uhr trafen sich Wu, Daddy und Dr. Bombastus in Daddy´s Bauwagen.
Bombastus und Daddy waren noch sehr verschlafen, denn sie hatten bis spät in die Nacht über dem Bauplan des Museums gesessen und versucht den besten Weg rein und wieder raus zu finden. Sie hatten zwar die eine oder andere Idee, aber der Knaller war noch nicht dabei.
Wu war dagegen das sprühende Leben. Er war früher zu Bett gegangen, weil er meinte, davon eh nix zu verstehen.
Die drei schaufelten sich schnell ein paar Eier mit Speck rein und stiegen dann in Daddy´s feuerroten Ford um wieder Richtung Nightclub zu fahren.
Auf der Fahrt kramte Bombastus in den Taschen, die sie von Babette erhalten hatten. Er sah allerhand Werkzeug, ein Seil, schwarze Strumpfmasken, Lampen und allerhand andere nützliche Dinge.
Und einen Brief...
Sonntag, Februar 09, 2003
Dann doch erst 10 Minuten später kam Babette wieder in den Raum. Sie hatte in jeder Hand eine Tasche und unter dem rechten Arm etwas geklemmt, was wie ein Bauplan aussah.
Sie legte alles auf den Tisch. "So. In den Taschen ist ein wenig Austüstungsmaterial. Außerdem ein Bauplan des Museums und....", sie holte einen Umschlag hervor, der (wie sollte es anders sein...) unter ihrem Strumpfband klemmte, "...ein kleiner Vorschuß, damit Sie noch besorgen können, was Sie für richtig halten. Wir treffen uns morgen um 11 Uhr morgens. Wo, werden sie noch rechtzeitig erfahren. Dann werden wir unseren Plan besprechen. Morgen nacht um 23.30 Uhr geht dann die eigentliche Aktion los."
"Hey!", protestierte Daddy Danger, "wer sagt denn, daß wir uns dafür entschieden haben, für Sie zu arbeiten?"
Babette klemmte in einer blitzschnellen Bewegung Daddy´s Kopf zwischen die Hände, blickte im starr in die Augen und fuhr schließlich mit ihrer Zunge über sein Kinn, seine Lippen bis hoch zu seiner Nasenspitze.
"Ich bin mir irgendwie sicher...", hauchte sie, "und nun entschuldigen Sie mich. Ich habe noch einen Auftritt."
Mit einem Ruck ließ sie Daddy los und verließ den Raum.
Als die drei das Hinterzimmer mit Sack und Pack Richtung Bar verließen, bot sich ihnen ein erstaunliches Bild.
Die Bar sah aus, als ob nichts passiert wäre. Keine Leiche, kein Blutstropfen, ja nicht mal mehr ein umgestossener Stuhl erinnerte an das, was vor weniger als einer halben Stunde hier passiert war.
Im Gegenteil: der Besucherraum war schon wieder einigermaßen gefüllt, der Barkeeper mixte schon wieder Martinis und Babette räkelte sich auf dem Flügel und sang einen französichen Chanson.
"Nichts wie weg hier...", flüsterte Wu Du.
Und so verließen die drei, kaum beachtet von den anderen Gästen den Nightclub....
Freitag, Februar 07, 2003
"Das habe ich gehört", hauchte Babette, "und ich hoffe, sie spielen auf meinen unwiderstehlichen Charme an..." Erotisch-arrogant drehte sie ihren Kopf weg und setzte ihr süßes Gesäß kaum merkbar schwingend entgültig Richtung Bar in Bewegung. "Hoffentlich habe die drei verstanden, was ich über das Museum gefaselt habe", dachte sie besorgt in Anbetracht der offensichtlichen Überforderung des geistigen Potentials der drei Manegenhelden.
"Sie kommt mit!?", stöhnte Daddy entgeistert, "ach Du sch..ande.... Tut mir leid, aber so kann ich nich arbeiten..."
Dann kam sie wieder herein und sagte: "Ich komme natürlich mit. Und das Museum ist natürlich nicht das Museum wo ihr schon drin wart. Sondern dies hier." und ging wieder hinaus.
"Nagut. Wie Sie wollen. Folgen Sie mir."
Babette hatte wieder ihre gewohnt coole Miene aufgesetzt und ging ohne ein weiteres Wort Richtung Bühne.Hinter dem rechten Vorhang ging sie durch eine Tür in einen kleinen Gang, der wiederum nach etwa drei metern vor einer Tür endete. Die Zirkustruppe folgte ihr und konnte sehen, wie sie langsam und auffällig einen großen Schlüssel hervorholte, der unter ihrem Strumpfband klemmte.
"Grrrrrr...", machte Prof Wu leise und Dr. Bombastic und Daddy Danger nickten zustimmend.
Wenig später saßen sie in einem kleinen Raum um einen Tisch herum.
"Dies ist das Objekt meiner Begierde", hauchte Babette und legte mit übertriebener Vorsicht ein Stück Papier auf den Tisch. Eine dünne Bleistiftzeichnung zeigte etwas, was wie eine Statue aussah.
"Und wieviel is dieses Schmuckstück nun wert?", fragte Daddy Danger.
"Keine Ahnung.", hauchte Babette, "aber da die Zeichnung ungefähr der Originalgröße entspricht und sie aus purem Gold hergestellt is, dürfte sie einen beachtlichen Materialwert haben. Aber eigentlich ist es nicht das, was mich und meine Auftraggeber interessiert. Für uns hat sie eine andere Bedeutung, die aber für Sie keine Rolle spielt. Ihr Auftrag soll sein: Besorgen Sie mir die Statue aus dem Museum. Sie übergeben sie mir. Meine Auftraggeber und ich werden sie untersuchen. Wenn wir gefunden haben, wonach wir suchen, schmelzen wir die Statue ein und sie erhalten 15 Prozent des erzielten Goldpreises. Und die 15 Prozent sind nicht mein Angebot, sondern das meiner Auftraggeber. Wenn Sie es nicht machen wollen, finden wir jemand anderen der es macht. Und jetzt gebe ich Ihnen 5 Minuten, darüber nachzudenken. Ich komme gleich wieder."
Damit verließ Babette den Raum Richtung Bar...
Daddy kratzte sich am Schädel:
"Aber 15 Prozent von was!? 15 Prozent von einem Tütchen vertrockneter Erbsen aus der Kreidezeit? 15 Prozent aus der Hosenknopfsammlung von Karl dem Großen? Nee nee, meine Teuerste. Sie legen jetzt erst mal haarklein die Fakten auf den Tisch. Danach sagen wir Ihnen, was Sie unsere Dienste kosten. So, und nicht anders. Gefahr ist zwar mein zweiter Vorname...genaugenommen IST es mein Name...aber für jeden Scheiß riskiere ich natürlich nicht mein Leben."
"Und was is jeden Abend im Zirkus?", warf Wu ein. Er fing sich damit ein bösen Blick von Daddy, und ein hocherotisches Augenbrauenzucken von Babette ein.
Daddy wollte gerade noch was erwiedern, doch plötzlich nahm er ein Whiskeyglas von der Theke, drehte sich blitzschnell um und schleuderte es auf den Hinterkopf einer vermeintlichen Leiche. Diese hatte gerade versucht an eine Waffe zu gelangen.
"Erstens habe ich Ihnen soeben das Leben gerettet. Und zweitens arbeite ich gründlicher...." Daddy versuchte sich ebenfalls im erotischen Augenbrauenzucken, schaffte aber nur einen Gesichtsausdruck, der einem epileptischen Anfall am nächsten kam.
Aber er wusste er war wieder im Geschäft....
"Kleiner, Du weißt ja noch gar nicht worum es geht, und als Anfänger bist Du mit 15 Prozent sehr gut bedient"
"Fünfzig Prozent", murmelte Wu, der in Gedanken noch ganz bei Earl war und versuchte sich zu erinnern, ob die extrem großen Augen hinter der Brille nun auf Weit- oder Kurzsichtigkeit schließen ließen, "für fünfzig Prozent bin ich dabei."
Es war ein kleiner hutzliger Kerl, mit dicken Brillengläsern namens Earl, der Babette schüchtern Blumen und Pralinen brachte. Sein schlagendes Herz war bis zur anderen Straßénseite zu hören. Babette verdrehte die Augen, schenkte ihm aber sonst keine nennenswerte Aufmerksamkeit sondern scheuchte ihn schleunigst wieder davon. Als das Pochen verklungen war, wandte sie sich wieder den dreien zu und lächelte diabolisch
"Jedenfalls, Jungs", sagte Babette, "war ich vor ein paar Wochen nachts... äh geschäftlich unterwegs und bin beim Museum vorbeugekommen." Sie hob bedeutungsschwanger eine ihrer perfekten Augenbrauen.
"Ich denke, wir könnte ins Geschäft kommen. Habe da ne Riesensache am laufen. 15 Prozent für Euch wären drin. Könnt ihr Euch vielleicht nen neuen Elefanten für kaufen."
Donnerstag, Februar 06, 2003
"Wenn hier jeder, der mich angafft, mein Freund wäre, bräuchte ich keine Feinde mehr", bemerkte Babette gleichgültig.
"Das kommt hier alle paar Wochen mal vor. Aber sie lassen mich in Ruhe. Soweit ist das schon ganz in Ordnung."
Hinter dem Vorhang war auf einmal ein lautes Pochen zu vernehmen.
Wu und Bombastic gesellten sich zu Daddy und Babette an die Bar.
"Freunde von Ihnen?", fragte Wu und machte eine flüchtige Handbewegung auf die verstreuten Leichen.
Denn im Stapfen war er Meister.
Währenddessen wurde es Dr Bombastus draußen zu langweilig und Professor Wu außerdem zu kühl, denn er hatte sich in seinen dünnen Seidenanzug geschmissen.
"Basti, lass uns mal wieder reingehen. Seit Daddy reingegangen ist, hab ich keinen Schuss mehr gehört. Scheint also sicher zu sein." schlug er vor.
Dr Bombastus biss den gerauchten Teil seiner Zigarre ab, spuckte ihn in die Gosse und presste ein "Ok, rein geht's!" zwischen den Zähnen hervor. Dann krempelte er die Ärmel hoch und stapfte los.
Babette saß an der Theke, trank einen Bourbon und schaute stirnrunzelnd auf einen ihrer hurenroten Fingernägel. "Verdammt" sagte sie, sehr unladylike "ein Riß." Dann trat sie der nächstliegenden Leichte mit ihren hochhackigen Schuhen ins Gesicht und fauchte sie an "Seid bloß froh das ihr schon tot seid!"
Sie drückte Daddy die Flasche Bourbon in die Hand. "Nimm einen Schluck Kleiner"
Mittwoch, Februar 05, 2003
Daddy fiel die Kinnlade runter, als er sah, was er sah.
"Grotesk", murmelte er und bahnte sich einen Weg durch die Leichen.
Das hatte natürlich überhaupt keinen Effekt. Genau wie im Zirkuszelt. Zuminestens buhte niemand, doch, ein Kellner, hinter der Theke. "Na Kleiner, lass die mal mir. Ihr drei verzieht Euch besser" sagte Babette und zog eine Luger aus ihrem Strumpfband. Daddy, Wu und Bombastus folgten der Aufforderung fast automatisch. Die Frau schien zu wissen was sie tat. Erst draußen kam Daddy der Gedanke, das man eine Frau doch eigentlich nicht einfach so mit einer Meute wildgewordener Pistolenmänner alleinlassen sollte und so gingen sie schenll wieder hinein. Innen bot sich ihnen ein groteskes Bild.
Professor Wu drehte sich verärgert zu den Gangstern um:
"Ja wirklich!", rief er, "ihr stört echt! Verzieht euch, das Konzert ist noch nicht vorbei!"
Und so war es auch: Urplötzlich stürmte eine Horde von bewaffneten Gangstern den Club und begann wild um sich zu ballern. Babette ließ sich davon nicht beeindrucken und sang weiter. Erst als ihr Pianist blutend und tot auf dem Boden aufschlug, hielt sie inne, verdrehte die Augen und zündete sich eine Zigarette an. "Jungs, ihr stört mich bei der Arbeit" sagte sie.
Und dann betrat SIE die Bühne.... man konnte förmlich spüren, wie 1000 Augen weiter aufgerissen wurden, als gesund für sie war und 500 Zungen sich aus 500 Mündern schlagartig bis auf den Art Deco Teppich ausrollten. Eine blonde Schönheit mit einer rauchigen dennoch engelsgleichen Stimme, die nach den ersten Zeilen ihres ersten Liedes bereits die Hälfte des anwesenden Publikums zu schmierigen Pfützen auf dem Fussboden reduziert hatte. Ihr Name war Babette DuBois. Sie war der aufsteigende Stern in Chicagos Nachtleben und die heißeste Braut, die Daddy je gesehen hatte. Doch heiße Bräute bedeuten häufig Probleme.
Professor Wu nestelte schon mal vorsorglich eine $1-Note aus seiner Gürteltasche, um sie der nun sicherlich im Scheinwerferlicht auftretenden Schönheit zustecken zu können...
Tatsächlich. So fanden sich die 3 rechtzeitig, gebügelt und geschniegelt im Club ein. Der mongoloide Türsteher machte keine Probleme und lies sie ein, obwohl Bombastus gehofft hatte, er würde. Charlies Club war ein Etablissement allerfeinster Güte. Champagner floss, Zigarren wurden geraucht, eine Jazzband spielte wilde Musik. Die Drei ließen sich an einem Tisch nahe der Bühne nieder.Bombastus rauchte eine dicke fette Havannah und die Sache fing an, ihm Spaß zu machen. Die Lichter verloschen langsam. Alle Augen richteten sich auf die Bühne, die nun von einem einzelnen Scheinwerfer erhellt wurde.
Doktor Bombastus verlies das Zelt sonderbar mies gelaunt. Eigentlich war die Vorstellung gut verlaufen, aber dennoch passte dem Muskelmann irgendetwas nicht. Was, das musste er noch herausfinden. Er beschloss, zunächst Pinky den Clown zu suchen und zu verhauen, um sich etwas abzureagieren.
Doch als er das Zelt verließ, kamen ihm der Wudu-Mann und Daddy Danger entgegen und wedelten mit ein paar Papierfetzen. Der Doktor hoffte zunächst,es wären Geldscheine, aber diese Hoffnung wurde bald enttäuscht. Eim Grund mehr, Pinky die Fresse zu polieren. Dennoch war er für jede Abwechslung dankbar.
Und, hey, klag "Charlie's Nachtclub" nicht nach ganz ausgezeichnetem Amüsement?
Sofort reichte ihm Daddy Danger die Wodkaflasche, damit Wu das schärfste wegspülen konnte.
"Wie chpät haben wir's jetzt, Daddy?", fragte Wu und schnaubte sich geräuschvoll die Nase. in einem herumliegenden Kleidungsstück.
"Wir sollten langsam los, wenn wir rechtzeitig ankommen wollen", Daddy trat das Feuer aus, stand auf und klopfte sich den Staub aus den Kleidern, "wir müssen Dr Bombastus noch bescheidgeben!"
Beide spitzten die Ohren. Ja, die Schlussmusik der Zirkusvorstellung ertönte gerade. Beide machten sich auf zum Manegenausgang, um den dritten im Bunde abzufangen.
Dienstag, Februar 04, 2003
Daddy Danger hielt dem Professor den Umschlag hin. Kurz und bündig erzählte Daddy, wie und wo er zu seinem Fundstück gekommen war, nicht ohne dabei eine Handvoll Kidney-Bohnen zu verlieren.
Professor Wu zog die Eintrittskarten aus dem Umschlag, war einen kurzen Blick darauf. Plötzlich hielt er mit dem Kauen inne, und die Tränen flossen in Strömen aus seinen Augen.
"Mensch, Professor!? Was ist los? Kennst Du den Laden? Is er so schlecht!? Oder was...."
Der Prof antwortete nicht, sondern schluchzte nur noch mehr. Daddy legte seinen Löffel aus der Hand und begann sich ernsthaft Sorgen zu machen, als der Professor endlich einen Satz rausstöhnte:
"Ich chab aufne Chili-Chote gebissen....!"
Montag, Februar 03, 2003
Professor Wu verbeugte sich vor dem buhenden und pfeifenden Publikum und verließ nach einem seiner völlig missglückten Auftritte die Manege. Der Duft von frischem Chili stieg ihm in die Nase und so setzte er sich zielstrebig in Richtung Daddy Dangers Wagen in Bewegung. Daddy saß vor seinem Wagen an einem kleinen Feuer und kochte eines seiner berüchtigten Chilis, die jedem normalen Menschen außer Professor Wu und natürlich Daddy selbst die Speiseröhre verätzten.
"'Nabend Daddy, dein Chili riecht ja wieder verführerisch", begrüßte er seinen Freund.
"Setz Dich und nimm Dir 'ne Schüssel voll, ist fertig." brummte Daddy und kramte in seiner Manteltasche herum.
Professor Wu setzte sich hin, nahm seine Schüssel vom Gürtel und tunkte sie in den dampfenden Chilitopf.
"Mir ist eben etwas seltsames passiert", begann Daddy zu erzählen, während Professor Wu das Chili hinunterschlang...
Ian McDonagough, besser bekannt als Daddy Danger, blickte gereizt in seine Geldbörse. Dafür das er jeden abend sein Leben in diesem heruntergekommenen Zirkus riskierte, verdiente er einen Witz. Nichtsdestotrotz wollte er noch einen kleinen Kneipenbummel machen.
Er wollte aber nicht allein gehen. Er musste noch auf Professor Wu warten, der ihn begleiten wollte. Dieser hatte die letzte Nummer an diesem Abend und war nach der gerade laufenden Hundedressurnummer dran.
Hundedressur... Schon als Ian vor ca. 8 Monaten in dem Zirkus einen Job bekam, war er er unterer Durchschnitt, aber mitlerweile hatte er das Gefühl, daß er sich von Woche zu Woche weiter runterwirtschaft.
Ian seufzte, warf die gerade erst angezündete Zigarette in den Sand und machte sich auf den Weg zu seinem schäbigen Bauwagen.
Er nahm den kürzesten Weg zwischen den Tierkäfigen hindurch. Sie waren auf der rückseite des gropßen Zirkuszeltes. Hier gab es kaum Licht und Ians Augen hatten sich noch nicht an die Dunkelheit gewohnt, als er gegen jemanden stieß.
"Entschuldigung...", sagte Ian, doch als er endlich etwas sah, war niemand mehr dort. Er nahm sich eine Petroleumlampe, die an einem Affenkäfig hing, entzündete sie mit einem Streichholz.
Er sah sich um, doch es war niemand mehr zu sehen.
´Wahrscheinlich waren es nur ein paar Kinder, die die Tiere begafft haben´, dachte Ian.
Er wollte die Lampe gerade wieder ausmachen, als ihm etwas auf dem Boden auffiel. Genau dort, wo der Zusammenstoß gewesen war, lag ein kleiner grauer Umschlag. Ian hob ihn auf, und als er ihn öffnete fand er darin drei Eintrittskarten für Charlys Nightclub, Chicago. Für den heutigen Mittwoch abend...
Chicago, Ende der 20er. Man darf gespannt sein...
morgen...
Freitag, Januar 03, 2003
wollnwa mal wieder oder was?
Donnerstag, Oktober 31, 2002
Hawksmoor spielte Schach gegen sich selbst und verlor jedes Mal. Das machte ihn wuetend auf eine irrationale Art und Weise. Er begann heimlich waehrend er sich unbeobachtet fuehlte mit einem Schweizer Taschenmesser seine Bauern umzuschnitzen, so das sie auf einmal Gewehre besassen mit denen sie die gegnerischen Figuren schon aus weiter Ferne erschiessen konnten. Im Nu war seine Arme vernichtet und Hawksmoor war zufrieden. Aber relativ schnell wieder gelangweilt.
Freitag, Oktober 25, 2002
Hawksmoor starrte aus dem Fenster auf die Strasse. Irgendetwas fehlte.
Gelangweilt zog er seinen Mantel an und unternahm einen ereignislosen Spaziergang in den den fruehen Nachmittagsstunden eines klaren Oktobertags.
Geistesabwesend stocherte er mit seinem Spazierstock in einer toten Taube herum, die vor ihm auf der Strasse lag.
Dann ging er wieder zurueck in seine Behausung und trank seinen Nachmittagstee. Ein paar Kekse ass er auch. Sie waren ihm etwas zu trocken.
Samstag, Juni 08, 2002
huhu123
test123
Mittwoch, Mai 01, 2002
Soviel tut sich hier ja auch nicht.
Dienstag, April 09, 2002
Ich fühle mich geschmeichelt...
Donnerstag, März 28, 2002
Montag, März 11, 2002
"jaja", sagte hawksmoor," das macht er ja auch gerne. Aber nicht jetzt"
"nein" fragte humphrey.
"nein" antwortete lickerly, "jetzt ists erst mal schluß. wie es weitergetht mit licky Hummi, Raschi hawki und dem Gri-Tüüt erfahrt ihr alle ein andermal. danke und schön das ihr dabeiwart,"
ende der episode.
Dienstag, März 05, 2002
"Im Graben" antwortete Hawksmoor, "auf Tauchstation, schwimmt ohne Probleme. Vorsicht Bancroft!"
Bancroft hatte völlig übersehen, das seine beiden Holzbeine nur noch von der Fliehkraft zusammengehalten wurden, nachdem Humphrey sie so exzellent bearbeitet hatte. So fiel er also auf sein Gesicht.
Humphrey verschluckte sich fast an der Leberwurst.
"Das ist alles ihre Schuld" fauchte ihn Lady Hatterby an "Sie Nichtsnutz, Sie! Helfen Sie ihm auf, nein, von nun an werden Sie ihn tragen!"
"Wie kommen wir jetzt auf die Insel?", fragte Lickerly in die Runde, als Humphrey angewiedert in den Raum kam und leise über besoffene und kotzende Affen vor sich hinfluchte.
"Wenn Mr. Garinov doch nur in der Lage.... Er hätte bestimmt eine Idee....", schluchzte Fiona.
"Na, das ist es doch. Bauen wir das Garimobil um. Ihnen als alter Tüftler fällt da doch bestimmt was ein, Mr. Bancroft...", nuschelte Humphrey, während er sich ein Leberwurstschnittchen vom Salontisch angelte und in die Backentasche stopfte..
"Spricht Ihr Butler immer ungefragt dazwischen?" erboste sich Lady Hatterbay, aber Bancroft sprang schon in freudiger Erregung auf: "Na, wo is denn das Schmuckstück!?"
"Tschuldigung", lallte der Affe, hinter Humphrey hergeschleift werdend, "aber ihr chlaubt het nisch! Lickerlys Villa: Im Ar.. ich meine, kaputt! Total! Und ich dassu! Und ihr auch! Prost. ABer...?!" Nachdem Kinchar noch einmal herzhaft erbrach und eine Art Schneckeschleimspur hinterließ, schlief er ein.
Montag, März 04, 2002
"Genug" herrschte Hawksmoor den Affen an und riß ihm die Flasche Laudanum aus der Hand "lassen sie mir noch ein paar Halluzinationen dadrin." Kinchar, dem die Flucht vor der Wirklichkeit unter Mithilfe der Hawksmoorischen Spezialmischung vortrefflich geglückt war, kicherte nur blöde, quiekte "Puff" und "Huhu" und kotzte Humphrey auf den Kopf. Vom Kronleuchter aus. Dann fiel er herunter und zerdepperte die Supperterine.
"Ach du lieber Herr Gesangsverein" stieß Bancroft aus, "das ist mir furchtbar peinlich, hätte meinem Sohn veilleicht Manieren beibringen sollen. Humphrey wischen die den Affen mal ab bitte"
"Ich?" Humphrey war höchst empört. Ein Blick hinüber zu Lickerly brachte jedoch keine Änderung in dem Tatbestand, denn der Lord schien ausnahmsweise einer Meinung mit Bancroft.
Leise zeternd zog er ab und den Affen am Schwanz hinterher.
Lady Hatterby war erstaunt: "Wo haben Sie denn so einen zickigen Butler her, den würd ich ja sofort entlassen"
Lickerly zuckte nur mit den Schultern. Offenbar wußte er es auch nicht.
Sonntag, März 03, 2002
"Puh", dachte Humphrey, "gut das wir uns nicht in der Villa Lickerly befunden haben...."
Kinchar sprang unruhig auf und ab. Bis er schließlich einen roten Knopf entdeckte. Hawksmoor schrie noch "Neeeeeeeeein! Nicht drücken!" doch da war es schon zu spät. Kinchar hatte den Knopf aus lauter Langeweile gedrückt. Kurz war für alle Anwesenden ein leichtes Knartschen zu vernehmen, dann knallte es ohrenbetäubend und in die Villa Lickerly war für alle Außenstehende für diese Nacht nur noch als Rauchsäule zu erkennen. Das Glimmen hielt sich noch sieben Nächte, bis schließlich die bis zur Unkenntlichkeit verkohlten Leiber einiger Personen und ein Affenskelett von Scottland Yard geborgen werden konnten...
"Lickerly und Hawksmoor sehen müde aus..."
Freitag, März 01, 2002
"Aha", sagte Kinchar, "aber können wir das denn nicht auch von hier aus regeln? Diese Insel reicht mir eigentlich."
"Da müssen wir hin...", sagte Bancroft und deutete auf einen kleinen grünen Fleck auf der sonst fast drurchweg blau gefärbten Karte.
"Hmmm... Aber wie sollen wir das anstellen? Ihr gegenwärtiges ich scheint ja mehr per Zufall dort hingekommen sein. Eine Schiffsreise würde viel zu lange dauern... Und wir haben kein Fluggerät!", Humphrey hatte gerade in einer von zwei stillen Sekunden realisiert, wie bizarr die Situation um ihn herum eigentlich war, und wollte sich nun auf seine oft erfolgreiche Art mit penetrant geäußertem Pessimismus aus der Affäre ziehen. Außerdem hatte er weder Lust sein Leben auf der kleinen Insel dort zu lassen, noch hatte Lust eventuell seinen nächsten Herrn bei einem Abenteuer zu verlieren. Lickerly war ihm zwar noch nicht sonderlich ans Herz gewachsen, aber sein Butler-Kodex gebot ihm das zu ignorieren. Und wenn er nun zum zweiten Mal innerhalb eines halben Jahres einen Herrn ans Jenseits verloren, da war er auch bei den Butlern unten durch. Wer würde ihn dann noch einstellen? Da konnte er ja gleich eine Umschulung zum Gärtner machen, und sich der Stubbenfräse zum Fraß hinwerfen...
Mittwoch, Februar 27, 2002
"Ich kann sie beruhigen, Humphrey, Kinchar ist nicht Ihr Bruder... . Vielmehr bin ich sein Vater... Naja, Vater ist der falsche Ausdruck, eher Schöpfer....", murmelte Bancroft.
"Was erlauben Sie sich!?", schimpfte Kinchar entsetzt.
"Hmm... Was ist das letzte, an das Sie sich erinnern, Kinchar, bevor Sie im Käfig von Lord Lickerly erwachten!?" Bancroft ließ einen durchdringenden durch die Runde schweifen...
"Nun ja, an keine Details, eher grobe Lebensabschnitte... Meine Abschlußprüfung in Oxford, eine Schiffsreise, die ich zusammen mit einem Freund angetreten bin und...."
"Entschuldigen Sie, daß ich Sie unterbreche... Aber wie sahen die Hände aus, mit denen Sie Ihre Abschlussprüfung in Oxford geschrieben haben?" Bancrofts Augen funkelten diabolisch.
"Was ist das denn für eine blöde Frage!? Ich bin zwar ein Affe, aber ich möchte bitte ernst genommen werden! Meine Hände? Wie sollen sie schon ausgesehen haben. Sie waren, äh... Scheiße. Sie waren... OH MEIN GOTT!! Ich erinnere mich an menschliche Hände!!"
Bancroft atmete zufrieden aus.
"Genau. Ich fand Sie als Mensch, schwer verletzt in einem wundersamen Felsen, namens Affenkopf auf einer Insel tief im westlichen Atlantik. Sie waren dort um Nachforschungen im Auftrage von Jason O´Donovan anzustellen.
Mit Hilfe des Buches rettete ich Ihnen auf diese Weise das Leben... und ließ gleichzeitig "Raschnik", den als Gott verehrten sprechenenden Affen wieder auferstehen... An mehr erinnere ich mich zur Zeit auch nicht, aber ich weiß nur noch, daß O´Donovan Ihnen die Sprache der Eingeborenen beibrachte und Sie damit der Schlüssel zur Unterdrückung der naiven Eingeborenen und der Übernahme der gesamten Insel waren."
"Wow...", sagte Kinchar.
Für kurze Zeit Schweigen, daß von Lickerly unterborchen wurde:
"Erinnern Sie sich jetzt zufällig auch an andere Details? Wieso sind Sie siebzig Jahre und dennoch hier?"
"Hmmm. Ich kann mich nicht erinnern. Aber es müssen ja nicht alle seltsamen Rätsel sofort gelöst werden. Es gibt noch einiges Aufzulösen, und ich bin selbst gespannt, was dabei herauskommt. Ich weiß nur, daß alles Schlimme was passiert ist, beziehungsweise aus jetziger Sicht noch passieren wird, den Ursprung auf dieser Insel hat. Ihre Zukunft ist meine Vergangenheit, und ich gäbe viel darum, sie verändern zu können. Aber die Zeit läuft uns davon...."
"Noch eine Frage...", Kinchar räusperte sich, "Wer bin ich wirklich?"
"Kinchar, Raschnik oder Werauchimmer.... Wer kann Ihnen diese Frage beantworten, außer Ihnen selbst?" Bancroft grinste weise, stand auf, holte eine Landkarte und breitete diese auf den Tisch aus.
Dienstag, Februar 26, 2002
"Was ein Grund dafür wär, daß er sprechen kann...", sagte Humphrey.
"Jaja", sagte Kinchar, "und ich bin Humphreys Bruder. "Können wir die Sache bitte mit dem nötigen Ernst angehen?!"
"Deja vu", sagte Humphrey.
Bancroft zog plötzlich wieder seine Kaputze ins Gesicht, so daß nur noch seine Augen zu sehen waren, die unheimlich im Schein der Kerzen funkelten. Sein Atem wurde plötzlich schwer, und seine Lunge gab rasselnde Geräusche von sich... Er fasste sich an den Hals und er sagte langsam mit blechern-verzerrter Stimme: "Kinchar, ich bin Dein Vater!!"
Montag, Februar 25, 2002
Der Lord runzelte die Strin. "Warum genau kann der Affe doch gleich sprechen?"
"Meuchelnde Brut!" murmelte Hawksmoor. Laut sagte er "Nun, da unsre erneute Zusammenkunft etwas unsubtiler stattfindet als geplant, koennen wir genausogut zum Punkt fortschreiten. Was haben Sie mit Lady Fiona vorgehabt und mit dem Affen und was fuer eine Hautcreme benutzen Sie?"
"Harr Harr" lachte der alte Bancroft. Vor Schreck schoss Humphrey ihm ins andere Bein.
Daraufhin lachte Lickerly. Die Situation geriet etwas ausser Kontrolle und wurde zudem noch laecherlich.
20 Minuten spaeter sassen alle gemeinsam im Wohnzimmer und tranken Tee.
Bancroft hatte Humphrey verziehen und zugegeben, das er von 30 Jahren subjektiver Zeit ein boeser Mensch gewesen waere und versucht haette, die Welt zu uebernehmen mit der Hilfe eines Buches, das er von Lady Hatterby erhalten hatte. Dieses Buch war ihr mitsamt einer Schrumpfkopfsammlung von ihren Vorfahren ueberlassen worden und enthielt neben einer erstaunlichen Anzahl enochianischer Tantra-Magie Techniken (hierbei eroetete Lady Hatterby etwas) auch duesterste Zauber mit denen man boeses anrichten koenne.
"An sowas glaub ich nicht" murmelte Humphrey.
"Ich auch nicht" stimmte ihm der sprechende Affe zu.
Hawksmoor untersuchte mit seltsam leuchtenden Augen das besagt Buch und stellte fest, das diverse Seiten fehlten.
"Ich erinnere mich an nicht viel" sagte Bancroft, "ich weiss nur, das ich damals etwas schlimmes angerichtet hatte und dann...dann war ich auf dieser Insel und machte eine unglaubliche Entdeckung in diesem Stein, ich hatte boeses und abscheuliches vor, aber irgendwas passierte...was war es..ich weiss nicht mehr, dann wurde ich irgendwie zurueck in die Vergangenheit geschleudert mit noch viel weniger Erinnerungen und ich wurde ein frommer Mann. Erst als mir gestern ein beinahiger Unfall mit einem seltsamen Dampffahrzeug zustiess, kamen urploetzlich ein paar Erinnerungen wieder hoch...wir muessen mein juengeres Ich stoppen. Sie Lickerly muessen."
"Hmmmmmmmmmmm" brummte Lickerly. "Da ist immernoch einiges was ich nicht verstehe."
Sonntag, Februar 24, 2002
"Was machen die da unten", dachte Kinchar, der vom Dach aus nicht ganz verfolgen konnte, warum sich seine Freunde so merkwürdig aufführten.
Alle zuckten erschrocken zusammen als sich der Schuß löste und blickten Bancroft dann in Erwartung eines Schmerzensschrei oder ähnlicher Reaktion geband an. Dieser zog jedoch nur seinen Mantel hoch, und ein Holzbein mit einem ausgefransten Einschußloch kam zum Vorschein.
"Verdammt. Es war nagelneu!"
Zur gleichen Zeit, ein paar Tausend Meilen weiter westlich....
Bancroft saß mit Doppelzunge, der in Wirklichkeit Jason O´Donovan hieß, beim ersten Tee nach langer Zeit. Durch den Umstand, daß Bancroft nun als lokale Gottheit durchging und zum Hauptthema des Inselklatsches gehörte, konnte sich die englänische Siedlung der ehrfurchtsvollen Meidung durch Eingeborene zunächst sicher sein.
Bancroft hatte natürlich allehand zu tun, um sein plötzliches und sehr außergewöhnliches Erscheinen auf der Insel zu erklären. Das Fluggerät war dementsprechend bei den Briten das wichtigste Thema uind Bancroft kam nicht zur Ruhe. Natürlich erzählte er seine Fassung der Geschichte, die ihn als ruhmreichen Forscher und Erfinder darstellte, der mit Absicht auf die Insel gekommen war, um hier und da Experimente mit der hier heimischen Flora und Fauna anzustellen.
"Dann wird sie sicher auch der Affenkopf interessieren....", sagte O´Donovan. Bancroft hab den etwas ledierten Primatenschädel vom Boden auf und sah ihn fragend an. O´Donovan lachte. "Ich meine doch nicht den Affenkopf... Den Felsen da draußen, neben dem sie gelandet sind. Er ist religiöses Kultobjekt der Eingeborenen. Früher soll er die Wohnstätte des sprechenden Affen Raschnik gewesen sein... Für uns ist er aber aus anderer Sicht interessant. Wir haben merkwürdige Magnetfelder bemerkt. Außerdem vermuten wir reichhaltige Erzvorkommen, sowie andere Bodenschätze. Allerdings ist schon einer unserer besten Männer bei Untersuchungen in dem Höhlenlabyrinth verschollen. Aber als Forscher müssen Sie doch von diesem Felsen gehört haben!?"
"Ohja, natürlich...", murmelte Bancroft und fügte in Gedanken hinzu: "und so langsam beginnt sich der Kreis zu schließen...."
Das begriff nun wirklich keiner und das Erstaunen war fast ebenso gross wie das Entsetzen, aber nicht ganz so gross wie Hawksmoors Aerger ueber das dilletantische Amatuerverhalten in der ersten Zusammenarbeit dieser Gruppe.
Humphrey erschreckte sich so sehr, dass er Bancroft ins Bein schoss.
"Wer sind sie, und was wollen Sie hier!?", brüllte die vermeintliche Lady Hatterbay und übertönte damit die kläffenden Hunde, die daraufhin auch sofort verstummten. Sie hielt ihren Hund fest an der Leine, wie auch die anderen beiden Männer, die jeweils 2 Hunde an der Leine hatten.
Fiona erkannte in Ihnen die Männer, die sie bereits kurz vorher schon identifiziert hatte: Luigi Pomidori und Jonathan Hatterbay.
"Ich kenne diese Personen....", kam plötzlich eine krächzende, schwache Stimme aus dem Schatten. Eine Gestalt bewegte sich langsam auf sie zu, sehr langsam und hinkend, als würde sie ein Bein nachziehen. "Ich bin ihnen nämlich schon einmal begegnet...." Die dunkle Gestalt trat schließlich ins Licht. Das Gesicht war von einer schwarzen Kaputze verhüllt und somit nicht zu erkennen.
"Ich bin ihnen schon einmal begegnet...", wiederholte die mysteriöse Person,"und zwar vor ungefähr dreißig Jahren." Er zog die Kaputze nach hinten und ein grausam entstelltes Gesicht eines circa siebzigjährigen Mannes kam zum Vorschein.
Und spätestens jetzt wußten Lickerly, Kinchar und Fiona, daß sie sich nicht getäuscht hatten: es war Bancroft.
Samstag, Februar 23, 2002
Hawksmoor nahm einen großen Schluck aus seinem Flachmann... "Die Konstellation von... im... unter Beachtung des Längengrades...", er murmelte unverständlich vor sich hin, "mal der Anzahl anwesender Personen..." Er schnüffelte an einer kleinen Ampulle, der rötlicher Rauch entstieg, fuchtelte mehrere Male mit seinem rechten Zeigefinger in der Luft herum, zeichnete mit seinem linken Fuß ein Pentagramm in den taufeuchten Boden und sagte schließlich: "Rennen!" Doch da sahen sich alle am Boden verbliebenen bereits von Hunden umzingelt, die Zähne fletschend, an der Leine ihrer "Herrchen" ziehend, immer wieder nach vorne stießen, unter heißerem aggressiven Gebell.
Geistesgegenwärtig schwang Kinchar sich wieder auf das Dach, um sich ein Bild von Situation auf der anderen Seite des Hauses zu machen. Schnell sprang er zurück, um seinen Freunden eine unerfreuliche Nachricht zu überbringen: "Drei in schwarz gekleidete 'Gorillas' und fünf Bluthunde, vielleicht auch Deutsche Doggen, das konnte ich in der Dunkelheit nicht genau erkennen. Auf jeden Fall ziemlich große Hunde. Eine schnelle Reaktion wäre jetzt wohl angebracht. Hawksmoor, konstruieren sie doch bitte einen Fall, damit wir diese doch einigermaßen komplexe Situation lösen können!"
Ja was?
Mittwoch, Februar 20, 2002
Lickerly ließ sich gar nicht bremsen. Er stürmte auf die freistehende Villa zu, als könnte ihn nichts schrecken. Es war noch in den frühen Morgenstunden, so circa 4 Uhr und doch brannte in einem Erdgeschosszimmer Licht. Sie schlichen allesamt näher. Das feuchte Gras gab bei jedem Schritt ein Schmatzen wieder und die Kleider wurden klamm vom Morgentau.Sie kletterten über den Zaun. Dies war etwas mühsam und ging auch nicht geräuschlos vor sich. Nur Kinchar hatte natürlich keine Probleme, und so übernahm er die Führung.
Schließlich erreichten sie das beleuchtete Fenster, dessen Unterkante trotz Erdgeschosslage immer noch in nahezu 2 Meter Höhe lag. Kinchar hangelte sich entlang der Regenrinne an das Fenstersimms im Stockwerk darüber, hielt sich dort mit einem Fuß fest und ließ sich kopfüber runterbaumeln. Auch Lickerly machte Anstalten sich zum Fenster hochzuziehen. Als er aufgrund Gewebemangels im Bizepsbereich scheiterte, bedeutete er Humphrey mit einer herrischen Geste ihm eine Räuberleiter zu machen. Dieser ergab sich seufzend seinem Schicksal und mühte sich redlich, seinen Herrn zu besserer Sicht zu verhelfen.
Hawksmoor indes holte gähnend eine Metallstange aus der Innentasche seines Mantels, zog sie mittels eines Teleskopmechanismus zu beachtlicher Länge auseinander, knickte sie an den Enden ab, brachte sie schließlich in Position und sah hindurch.
"Interessant...", hauchte Hawksmoor und reichte sein obskures Guckgerät an Lady Fiona weiter.
Somit hatten alle einen guten Blick in das Zimmer der Villa. Nur Humphreys Kopf steckte unter Lickerlys Mantel und lief langsam aber sicher blau an.
"Das muss sie sein!", flüsterte Lady Fiona, "Lady Hatterbey. Der dunkelhaarige Mann rechts von ihr ist ihr Bruder, da bin ich mir sicher. Der auf der linken ist ein gewisser Luigi Pomidori. Er war damals bei Bancroft, als dieser sich bei meinem Vater um die Geldmittel bemühte. Und den letzten dort im Schatten kenn ich nicht... Moment. Er kommt ins Licht..."
Hawksmoor reagierte mit der Schnelligkeit einer Klapperschlange und konnte Fiona gerade noch den Mund zu halten, denn sein Instinkt hatte ihn ahnen lassen, daß sie zu einem hysterischen Schrei ansetzte. Es half nur nix.
Lickerly ließ vor Schreck seinen sicheren Halt los, Humphrey begann zu torkeln und hatte alle Mühe das Gleichgewicht zu halten. Zu allem Überfluß erschrak sich auch Kinchar, ließ ebenfalls los und fiel in Lickerlys Arme.
Das war auch für Humphrey zuviel und die Menschenpyramide brach unter Geschrei zusammen...
Als sie sich entwirrt hatten, guckten Lickerly, Fiona und Kinchar noch immer recht verstört und Humphrey und Hawksmoor fragten sich, was sie wohl so Entsetzliches gesehen haben mochten.
Die Antwort musste warten, denn von der anderen Seite des Hausen ertönten aufgeregte Menschenstimmen und Hundegebell...
Ja was?
Es war spaeter abend. Nebel zog herum und in der Ferne huhuten die Eulen. Das Garinovmobil parkte in einem Graben abseits des Weges. Am Ende desselbigen zeichnete sich die Silhoutte des Anwesens der Hatterbeys ab. Affen, Gentlemen und Ladies kamen aus der Luke geklettert. Lickerly mit dem Mut der Naiven und der Ungestuemheit des fortgesschrittenen Alters lief strammen Schrittes vorneweg, Humphrey dicht hinter ihm, sich aengstlich umschauend. In der Mitte Kinchar und nicht davon abzubringen, mitkommen zu wollen Lady Fiona mit gefassten Gesichtsausdruck. Als Schlusslicht folgte Hawksmoor, das Gesicht in der Qualmwolke aus seiner abscheulich stinkenden Pfeife verborgen.
Was wuerde sie erwarten?